Freitag, 21. Mai 2021

Letztes Aufbäumen


Die Keramikwerkstatt, die totgesagte, sie wehrt sich. Ich lache mich tot.

Ich habe es nicht erwartet. Auch sie versucht es, sie will nicht sterben. Aus welchem Grund auch immer, kurz davor gibt es noch einmal Kraft. Ein Aufbäumen, es kommt noch mal Leben zurück, es geht noch mal gut.  Dadurch könnte man glauben, dass doch alles wieder wie früher wird. 

Aber, tut mir nicht mehr leid, die Werkstatt hat Pech gehabt.


Aber jetzt habe ich ja den perfekten Durchblick: Genug ist genug!!! Basta

Und plötzlich hatte ich doch den angebrochenen Ton, in den Fingern! Um Tassen zu machen. Tassen, die die  Trauernden, die glaubten, dass sie diese schönen Tassen nicht mehr von mir bekommen würden, doch noch einmal glücklich machen..



Ich amüsiere mich köstlich, trotzige Werkstatt.


Die Ideen sind natürlich trotzdem da. Schließlich liebe ich Essen, Trinken, Tisch-eindecken.   
Sie werden jetzt nur meistens abgewiesen.

 

Freitag, 14. Mai 2021

Klitzekleine Kleinigkeiten

   


Um mich endlich einmal zurückzumelden, habe ich ein paar Fotos von den kleinen, kleinen Magnet-Mäusen gemacht, die an meinem Kühlschrank kleben (Aufbewahrung; denn wo sollen sie hin, ohne übersehen zu werden?).  

So klein sie sind, habe ich sie gerade dem großen Keramikofen entnommen. Sie sind keine Resteverwertung; die Tonvorkommen meiner Werkstatt sind leider groß. Beim fummeln kleiner Magnetnager, sind die Aussichten auf einen zeitnahen Abbau der Tonreserven nicht besonders groß.



Größenvergleich mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Wer gewinnt?

Die Marke, platt oder das Keramikchen, stabil?

Freitag, 26. März 2021

Tageslicht

An meinem neuen Leben gefällt mir die Wohnzimmer und Mal-Atelier-Kombination



Ich saß gemütlich mit meiner Freundin in 
meinem Wohnzimmer-Mal-Atelier und 
erzählte ihr, dass mir immer noch das 
Arbeitslicht fehlt. Wenn mich abends  
ein Gemälde fuchst und ich daran
arbeiten will, geht das nicht, weil 
meine Beleuchtung zu warm ist. 
Das warme Licht verfälscht die  
Farben. Die Tageslichtleuchte, 
die ich eigentlich vorgesehen
hatte, hatte meine Mann
auseinander genommen 
und ich weiß nicht, wie
ich sie wieder zusam-
men bauen soll.
 
 
 
 
Aber genaugenommen ist das eine Verschleierung der Tatsachen; ich kann sie sowieso nicht gut anbringen, denn ich müsste das an der Decke tun. Die Decke aber ist weit oben, ich ein Winzling und die Lampe schwer!
 
Blumen scharf....

Ich hatte schon einen Geistesblitz gehabt, aber erst nach dem Gespräch mit meiner Freundin kam ich diesbezüglich in die Gänge. Es war wirklich nicht viel zu tun. Manchmal wundert man sich, warum es hakt.
 
Malerei scharf. 

 
Also, ein Strahler auf Stativ sollte her. Soetwas ist heutzutage nicht einmal mehr teuer und dann auch noch mit Tageslichtspektrum!
 
Nun bin ich im Besitz einer solchen Leuchte und weil ich eine andere Freundin besuchen und ihr zu ihrem Geburtstag Blumen mitbringen wollte, bin ich tatsächlich auch in den Besitz von ein paar Blumen gekommen. Und beides zusammen, Strahler und Blumen brachten diese Bilder hervor. 
 


 
 
 
Mir  gefallen die Fotos. Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe und Spiegelungen. Wie im richtigen Leben!!! Und vielleicht bekomme ich jetzt öfters mal ein paar Blütenstengel. 
Ich finde Blumen sind Lebensmittel und uns allen fehlt doch soviel vom Leben. 

Donnerstag, 18. März 2021

Aktualisierung

 

Vor ein paar Jahren, hat mir mein Web-designer meine derzeitige Homepage gestaltet. Ich kann selber daran herum fummeln, habe es aber bislang fast gar nicht getan. Mittlerweile werde ich immer wieder von fremden 😨 Leuten angeschrieben, die glauben, meine "veraltete" Seite für mich verbessern zu müssen. Gegen eine schönes Geld versteht sich. 


Ich glaube nicht, dass ein aktuellerer Web-Auftritt einen Künstler retten kann. Schon gar nicht bei Corona. Aber ich habe ein paar Fotos von meinem neuen Atelier gemacht. Die kommen dann demnächst auf die Website. Die Auswahl mache ich nicht nebenbei. 

Und da ich gleich zu einem Hundespaziergang verabredet bin, wäre es nebenbei. Hubbs, jetzt rennt die Zeit davon!!! Und der Tee ist noch nicht durch....



Ach übrigens, Malkittel. Da kann man sich natürlich was Imageträchtiges im Künstlerbedarfshandel kaufen. Mein Kittel ist ein XXXXL-Herrenhemd aus dem Schlussverkauf, oder auch nur XXL. Mit Druckknöpfen, praktischer geht es ja gar nicht. Passend zu dem Budjet der Künstlerin, habe ich runde fünf Euro ausgegeben. Fast ein Heiermann, aber der macht ja schon fast zwanzig Jahre Heia. 

Wem es nicht aufgefallen ist, in schweren Zeiten muss man sich selber um den Spaß kümmern. Also lach mal!

So, Tschüss zum Hundespaziergang🐕🐕✋


Donnerstag, 25. Februar 2021

In der Fastenzeit

 
...träumt man von Frühling. Und Ostern gehört für viele von uns auch dazu. 

Ich habe ja in meiner letzten Meldung erzählt, dass ich mit der professionellen Herstellung von Keramik aufhöre. Wenn man genau ist, habe ich damit schon letztes Jahr aufgehört.


Aber es sind noch viele schicke Arbeiten vorhanden. Heute stelle ich anlässlich des frühlingshaften Wetters noch einmal meine Eierträger vor. 


Wer hier schon lange stöbert, kennt sie vielleicht. Denn am 14. April 2014 konnte man schon mit dem Hasen Bekanntschaft machen.



Ich habe meine Blechbüchse mit den Saaten herausgeholt! Davon habe ich einige in der Erde versenkt. In der Erde im Plastiktöpfchen ins Fenster- gewächshaus. Draußen ist´s vielleicht doch noch etwas zu frisch. Einige meiner Pflanzen, die in Pflanzkübeln sitzen, haben in Form von Kompost, Futter bekommen. Die Terrasse ist von Algen und Vogeldreck befreit. Das allerdings liegt nicht an besonderem Fleiß, sondern daran, dass ich bei meinem Morgenkaffee immer dahinaus schaue. Ich hatte das Gefühl, den Frühling mittels einer sauberen Terrasse anzulocken, wäre eine gute Idee.

Achja...und die Moral von der Geschicht: Die Dinger sind käuflich!!


Heute strahlt die Sonne! Doch selbst wenn sie sich wieder versteckt; der Winter ist bald zuende.

Samstag, 20. Februar 2021

Früher war alles besser

 


Stimmt doch: War Weihnachten früher nicht viel aufregender? Ich konnte es kaum ertragen, zu wissen, dass ich etwas geschenkt bekomme. Das ist aller- dings schon laaange her. Das war, als ich noch klein war, noch kleiner. Wenn man alles unverändert haben will, bleiben auch die Verhältnisse. Will man das wirklich? Ist es nicht so, das wir von Natur aus danach streben Dinge zu ver- bessern? Ich weiß noch genau, wie ich als kleines Kind stolz darauf war, dass ich ein Jahr älter wurde. Wenn mich jemand fragte, war es unter anderem wichtig, dass ich vielleicht drei Monate älter war, als jemand anderes. Ist es nicht seltsam, dass wir irgendwann nicht mehr mit unseren Jahren angeben wollen, obwohl doch in der Regel mit ihnen die Lebensleistung steigt. Egal wer sie sieht oder nicht sieht.

Auf der Arbeit geht es vielen auch oft darum, sich zu verbessern. Einen bequemeren Stuhl zu bekommen allemal, oder auch ein besseres Gehalt!!!

So ähnlich ist das auch bei mir. Auf den Stuhl kann ich verzichten, aber in der Keramikwerkstatt stimmte das Gehalt noch nie. Da ich noch einiges an Roh- stoffen habe, werde ich mich wohl ab und an noch hobbymäßig, an die Arbeit begeben. (also wenn ich einfach Lust dazu habe) Auf dieses Gefühl muss ich leider bestimmt lange warten. 

Die Werkstatt ist noch da und man kann das, was da ist auch noch erwerben; es sind wirklich schöne Sachen!

Und vielleicht verändert sich ja wieder alles und das Gehalt stimmt am Ende?

Jetzt gebe ich aber bekannt, dass ich keine Auftragsarbeiten in Keramik mehr mache.

So künstlerisch meine keramischen Arbeiten auch sind, ich mache jetzt nur noch das andere. Kunstkunst. Was auch immer das ist 😂

Samstag, 6. Februar 2021

Unsterblichkeit

Der Tod interessiert uns Menschen in sehr unterschiedlichem Maße. Manche Menschen denken nicht daran, dass sie sterben werden. Anderen dient die Aussicht auf den Tod, als Lebensanleitung für den Tag. Das heißt nicht, das man die ganze Zeit an der Weisheit letzter Schluss denkt. Nein, der Tag wird einfach häufiger als das eingeschätzt, was er ist; unsere heutige Chance.

Unsterblichkeit ist vielen ein Ideal. Großen Künstlern oder barbarischen Politi- kern gelingt Unsterblichkeit durch Erinnerung. Aber sie haben nichts mehr davon. Sie sind tot. Es wurde ihnen ein Denkmal gesetzt, das sie selber nicht mehr sehen können.

Unsterblichkeit. Da sie der Maßstab für unsere Mediziner ist, ist es schwierig geworden der natürlichen Sterblichkeit gerecht zu werden. Da wird ein ster- bender Mensch noch mit x technischen Apparaten bekannt gemacht: Da in eine Röhre geschoben und dort ist er der Ort für die Röhre, der Kanüle oder Spritze. Er wird im Bauch eines Klinikums hin und her gekarrt  und seiner Ruhe beraubt, so dass er gar nicht sterben kann; Ein winziger Schritt in Richtung Unsterblichkeit. Wenn er sich wehrt oder sich laut den Tod wünscht, wird er für unzurechnungsfähig erklärt und mit Drogen abgefüllt. Am Ende kann im Bericht des Krankenhauses sehr genau beschrieben werden, woran der Körper gescheitert ist. 

Mit welchem Recht entscheiden Mediziner, dass das alles noch heraus gefunden werden muss?

Während dieser Totenzeichnung war ich meinem Vater ganz nah   
 

Letzte Woche ist mein Vater gestorben. 86 Jahre alt ist er geworden. Er fand die Aussicht, hier auf Erden unsterblich zu sein, grauenhaft. Er wollte endlich sein und endlich sterben. Er wurde sehr geachtet, hat Vieles und Vielseitiges erreicht und wurde sehr geliebt. Trotzdem war ihm die Kraft ausgegangen. Und weil ich ihn liebe, gönne ich ihm die Ruhe.

Es ist nicht besonders leicht, einen Sterbenden, nach Hause zu holen, damit er dort in Frieden gehen kann. Mir ist es für meinen Vater, dem ich für vieles sehr dankbar bin, geglückt.





Hier habe ich noch einen Link zu einer Petition im Deutschen Bundestag für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeitskräfte im Pflegeberuf

Damit Menschen, die im Krankenhaus sterben müssen, trotzdem genug Aufmerksamkeit und liebevolle Pflege bekommen werden.

Samstag, 23. Januar 2021

Beschränktheit


Es ist schon ein paar Jahre her, wo man dieses Wort für Menschen anwandte. Derzeit gilt es für uns alle. Und wenn wir Glück haben, führen die gesellschaft- lichen Beschränkungen nicht auch noch zu geistiger. 

Natürlich wirken sich weniger Kontakte, weniger Austausch auch auf meine Arbeit aus. Es kommt keiner, denn keiner darf. ich schweife von meinen üblichen Materialien ab und übe mich in wassergelösten Pigmenten. Aquarellfarben. 


Aber es macht mir zunehmend Spaß. Noch bin ich unvertraut. Aber es ist nicht mehr unbedingt nichts. 






So nudeln wir uns durch diese schwierige Zeit. 

Morgen fahre ich zu meinem Vater. Der ist so krank, dass er einfach wichtiger ist, als alles andere. Aber alles andere ist so wichtig, dass es uns einschränkt. 

Hoffen wir das Beste. 

Und so warten wir weiter auf kluge Lösungen, die unser neues Leben gangbarer machen.