Sonntag, 22. August 2021

Zweideutig

 

Was ich hier gerade abbilde, ist gezeichnet. Ich hatte erwähnt, dass sich, in meinem und in dem Atelier einer befreundeten Künstlerin, ab und wann ein kleines Grüppchen Zeichnerinnen trifft, um Portraitzeichnen zu üben.



Das fiel jetzt elend lange
wegen Corona weg. Endlich aber haben wir uns, alle durchgeimpft, wieder getroffen. Mein Handgelenk war förmlich eingerostet und ich fand nicht den rechten Zugang. Das hat mich geärgert. Also suchte ich in meinem teilweise ererbten Stifte- und Zeichengerätefundus inspirierendes Material. Und siehe da, da habe ich doch die, für mich ultimativen Zeichen- kohlestifte!!

Die machen was ich will.

Beim Portätzeichnen bin ich nicht schnell, also zeichne ich, was nicht wegläuft. Obwohl, sie könnten schon....

... aber sie schlafen natürlich oft. 

Ein kleines Skizzenbuch habe ich jetzt so oft wie möglich dabei. Letztens habe ich mich bei einem Besuch ausgetobt. Da das Wetter nicht so verlockend ist, wird Interieur erfasst.



Den Begriff gezeichnet, verwendet man auch auf Menschen. Vom Leben gezeichnet. Das sind dann die Menschen, denen man es ansieht. Anderen sieht man es vielleicht gar nicht an. Aber wie so vieles, was das Äußere anbelangt, könnte es auch ein falscher Eindruck sein. Es könnten die Gene sein, die dem Einen glatte Haut bis ins hohe Alter, gönnen, dem Anderen eben nicht. Jemand ist gezeichnet, obwohl man es nicht sieht und der andere ist gezeichnet, weil ihm dies seine Vorfahren vermacht haben. Man sieht, ich bin mal wieder thematisch beim schönen Schein gelandet. Und beim unschönen.


Dienstag, 27. Juli 2021

Kunst in meiner Eifel


Heute hatte ich ein Gespräch über das Leben als Künstlerin in RheinlandPfalz
. Im Allgemeinen und im Gemeinen. Hahaha, nein! und über meins, nämlich hier in diesem hübschen Dorf.

Ich sitze mit meinem Atelier in meiner Rheinlandspfälzischen Eifel und da sieht das Kunstverständnis in etwa so aus (Ein bisschen muss ich ausholen...):          Weil ich mit Öl heize, wird mir Öl geliefert. Man soll sich nicht täuschen, ein Öllieferant, insbesondere wenn er ein Mann ist, ist in allen Bereichen kompe- tent. So kam es, dass er mir erklärte, was Kunst ist. Er war so beeindruckt von der Fähigkeit eines Steinmetzes, der bis ins Detail ein Motorrad in Stein schlug, dass er klarstellen musste: das ist Kunst.  

Jetzt weiß ich´s.

Und wieder kann man feststellen,  was Kunst ist und was nicht, ist eine nicht ganz leicht zu beantwortende Frage.

Freitag, 9. Juli 2021

Nicht nur Tassen

Eine Woche war ich nicht zu Hause. Zu meinem Glück regnete es reichlich, in meiner Abwesenheit. Das tat den zurückgelassenen Pflanzen natürlich gut. Die, die noch gar nicht zu sehen waren, hatten die Gelegenheit genutzt um aus den Ritzen im Pflaster aufzutauchen. Der kleine Vorplatz vor der Haustüre war jetzt völlig zugewuchert.
 
 
Und nicht nur da explodierte das Grün. Zuckerschoten wurden zu Kullererbsen.


Und so kamen dann auch die Tassenfotos zustande.

Ich bin wieder da.

Freitag, 18. Juni 2021

Die rote Zaunrübe

Nicht nur ich liebe sie, das tun auch die Wildbienen und viele andere Insekten.


Umgekehrt liebt die Zaunrübe auch unseren

Garten. Da ich da unten keinen Zaun habe, 

erklärt sie den Flieder zum Zaun und was 

sonst noch so rumsteht und liegt, auch. 

Warum heißt sie "rot"?

Ihre Früchte sind rot. Das sieht dann auch

schon wieder so schön aus.







 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Heute soll´s ja krachen. Nachts, wenn wir schlafen wollen. Der Regen wäre aber schon wieder gut. Es ist so heiß, wie es lange kalt war. Das kühle Frühjahr hat die Pflanzen allerdings gestärkt. Das sehe ich jedenfalls im Garten. Aber Wasser muss dennoch immer wieder sein. Nur bitte nicht so viel und so heftig und nicht alles auf einmal.

 


Freitag, 14. Mai 2021

Klitzekleine Kleinigkeiten

   


Um mich endlich einmal zurückzumelden, habe ich ein paar Fotos von den kleinen, kleinen Magnet-Mäusen gemacht, die an meinem Kühlschrank kleben (Aufbewahrung; denn wo sollen sie hin, ohne übersehen zu werden?).  

Sie sind keine Resteverwertung; die Tonvorkommen meiner Werkstatt sind leider groß. Beim fummeln kleiner Magnetnager, sind die Aussichten auf einen zeitnahen Abbau der Tonreserven nicht besonders groß.



Größenvergleich mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Wer gewinnt?

Die Marke, platt oder das Keramikchen, stabil?

Freitag, 26. März 2021

Tageslicht

An meinem neuen Leben gefällt mir die Wohnzimmer und Mal-Atelier-Kombination



Ich saß gemütlich mit meiner Freundin in 
meinem Wohnzimmer-Mal-Atelier und 
erzählte ihr, dass mir immer noch das 
Arbeitslicht fehlt. Wenn mich abends  
ein Gemälde fuchst und ich daran
arbeiten will, geht das nicht, weil 
meine Beleuchtung zu warm ist. 
Das warme Licht verfälscht die  
Farben. Die Tageslichtleuchte, 
die ich eigentlich vorgesehen
hatte, hatte meine Mann
auseinander genommen 
und ich weiß nicht, wie
ich sie wieder zusam-
men bauen soll.
 
 
 
 
Aber genaugenommen ist das eine Verschleierung der Tatsachen; ich kann sie sowieso nicht gut anbringen, denn ich müsste das an der Decke tun. Die Decke aber ist weit oben, ich ein Winzling und die Lampe schwer!
 
Blumen scharf....

Ich hatte schon einen Geistesblitz gehabt, aber erst nach dem Gespräch mit meiner Freundin kam ich diesbezüglich in die Gänge. Es war wirklich nicht viel zu tun. Manchmal wundert man sich, warum es hakt.
 
Malerei scharf. 

 
Also, ein Strahler auf Stativ sollte her. Soetwas ist heutzutage nicht einmal mehr teuer und dann auch noch mit Tageslichtspektrum!
 
Nun bin ich im Besitz einer solchen Leuchte und weil ich eine andere Freundin besuchen und ihr zu ihrem Geburtstag Blumen mitbringen wollte, bin ich tatsächlich auch in den Besitz von ein paar Blumen gekommen. Und beides zusammen, Strahler und Blumen brachten diese Bilder hervor. 
 


 
 
 
Mir  gefallen die Fotos. Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe und Spiegelungen. Wie im richtigen Leben!!! Und vielleicht bekomme ich jetzt öfters mal ein paar Blütenstengel. 
Ich finde Blumen sind Lebensmittel und uns allen fehlt doch soviel vom Leben. 

Donnerstag, 18. März 2021

Aktualisierung

 

Vor ein paar Jahren, hat mir mein Web-designer meine derzeitige Homepage gestaltet. Ich kann selber daran herum fummeln, habe es aber bislang fast gar nicht getan. Mittlerweile werde ich immer wieder von fremden 😨 Leuten angeschrieben, die glauben, meine "veraltete" Seite für mich verbessern zu müssen. Gegen eine schönes Geld versteht sich. 


Ich glaube nicht, dass ein aktuellerer Web-Auftritt einen Künstler retten kann. Schon gar nicht bei Corona. Aber ich habe ein paar Fotos von meinem neuen Atelier gemacht. Die kommen dann demnächst auf die Website. Die Auswahl mache ich nicht nebenbei. 

Und da ich gleich zu einem Hundespaziergang verabredet bin, wäre es nebenbei. Hubbs, jetzt rennt die Zeit davon!!! Und der Tee ist noch nicht durch....



Ach übrigens, Malkittel. Da kann man sich natürlich was Imageträchtiges im Künstlerbedarfshandel kaufen. Mein Kittel ist ein XXXXL-Herrenhemd aus dem Schlussverkauf, oder auch nur XXL. Mit Druckknöpfen, praktischer geht es ja gar nicht. Passend zu dem Budjet der Künstlerin, habe ich runde fünf Euro ausgegeben. Fast ein Heiermann, aber der macht ja schon fast zwanzig Jahre Heia. 

Wem es nicht aufgefallen ist, in schweren Zeiten muss man sich selber um den Spaß kümmern. Also lach mal!

So, Tschüss zum Hundespaziergang🐕🐕✋


Donnerstag, 25. Februar 2021

In der Fastenzeit

 
...träumt man von Frühling. Und Ostern gehört für viele von uns auch dazu. 

Ich habe ja in meiner letzten Meldung erzählt, dass ich mit der professionellen Herstellung von Keramik aufhöre. Wenn man genau ist, habe ich damit schon letztes Jahr aufgehört.


Aber es sind noch viele schicke Arbeiten vorhanden. Heute stelle ich anlässlich des frühlingshaften Wetters noch einmal meine Eierträger vor. 


Wer hier schon lange stöbert, kennt sie vielleicht. Denn am 14. April 2014 konnte man schon mit dem Hasen Bekanntschaft machen.



Ich habe meine Blechbüchse mit den Saaten herausgeholt! Davon habe ich einige in der Erde versenkt. In der Erde im Plastiktöpfchen ins Fenster- gewächshaus. Draußen ist´s vielleicht doch noch etwas zu frisch. Einige meiner Pflanzen, die in Pflanzkübeln sitzen, haben in Form von Kompost, Futter bekommen. Die Terrasse ist von Algen und Vogeldreck befreit. Das allerdings liegt nicht an besonderem Fleiß, sondern daran, dass ich bei meinem Morgenkaffee immer dahinaus schaue. Ich hatte das Gefühl, den Frühling mittels einer sauberen Terrasse anzulocken, wäre eine gute Idee.

Achja...und die Moral von der Geschicht: Die Dinger sind käuflich!!


Heute strahlt die Sonne! Doch selbst wenn sie sich wieder versteckt; der Winter ist bald zuende.

Samstag, 20. Februar 2021

Früher war alles besser

 


Stimmt doch: War Weihnachten früher nicht viel aufregender? Ich konnte es kaum ertragen, zu wissen, dass ich etwas geschenkt bekomme. Das ist aller- dings schon laaange her. Das war, als ich noch klein war, noch kleiner. Wenn man alles unverändert haben will, bleiben auch die Verhältnisse. Will man das wirklich? Ist es nicht so, das wir von Natur aus danach streben Dinge zu ver- bessern? Ich weiß noch genau, wie ich als kleines Kind stolz darauf war, dass ich ein Jahr älter wurde. Wenn mich jemand fragte, war es unter anderem wichtig, dass ich vielleicht drei Monate älter war, als jemand anderes. Ist es nicht seltsam, dass wir irgendwann nicht mehr mit unseren Jahren angeben wollen, obwohl doch in der Regel mit ihnen die Lebensleistung steigt. Egal wer sie sieht oder nicht sieht.

Auf der Arbeit geht es vielen auch oft darum, sich zu verbessern. Einen bequemeren Stuhl zu bekommen allemal, oder auch ein besseres Gehalt!!!

So ähnlich ist das auch bei mir. Auf den Stuhl kann ich verzichten, aber in der Keramikwerkstatt stimmte das Gehalt noch nie. Da ich noch einiges an Roh- stoffen habe, werde ich mich wohl ab und an noch hobbymäßig, an die Arbeit begeben. (also wenn ich einfach Lust dazu habe) Auf dieses Gefühl muss ich leider bestimmt lange warten. 

Die Werkstatt ist noch da und man kann das, was da ist auch noch erwerben; es sind wirklich schöne Sachen!

Und vielleicht verändert sich ja wieder alles und das Gehalt stimmt am Ende?

Jetzt gebe ich aber bekannt, dass ich keine Auftragsarbeiten in Keramik mehr mache.

So künstlerisch meine keramischen Arbeiten auch sind, ich mache jetzt nur noch das andere. Kunstkunst. Was auch immer das ist 😂

Samstag, 6. Februar 2021

Unsterblichkeit

Der Tod interessiert uns Menschen in sehr unterschiedlichem Maße. Manche Menschen denken nicht daran, dass sie sterben werden. Anderen dient die Aussicht auf den Tod, als Lebensanleitung für den Tag. Das heißt nicht, das man die ganze Zeit an der Weisheit letzter Schluss denkt. Nein, der Tag wird einfach häufiger als das eingeschätzt, was er ist; unsere heutige Chance.

Unsterblichkeit ist vielen ein Ideal. Großen Künstlern oder barbarischen Politi- kern gelingt Unsterblichkeit durch Erinnerung. Aber sie haben nichts mehr davon. Sie sind tot. Es wurde ihnen ein Denkmal gesetzt, das sie selber nicht mehr sehen können.

Unsterblichkeit. Da sie der Maßstab für unsere Mediziner ist, ist es schwierig geworden der natürlichen Sterblichkeit gerecht zu werden. Da wird ein ster- bender Mensch noch mit x technischen Apparaten bekannt gemacht: Da in eine Röhre geschoben und dort ist er der Ort für die Röhre, der Kanüle oder Spritze. Er wird im Bauch eines Klinikums hin und her gekarrt  und seiner Ruhe beraubt, so dass er gar nicht sterben kann; Ein winziger Schritt in Richtung Unsterblichkeit. Wenn er sich wehrt oder sich laut den Tod wünscht, wird er für unzurechnungsfähig erklärt und mit Drogen abgefüllt. Am Ende kann im Bericht des Krankenhauses sehr genau beschrieben werden, woran der Körper gescheitert ist. 

Mit welchem Recht entscheiden Mediziner, dass das alles noch heraus gefunden werden muss?

Während dieser Totenzeichnung war ich meinem Vater ganz nah   
 

Letzte Woche ist mein Vater gestorben. 86 Jahre alt ist er geworden. Er fand die Aussicht, hier auf Erden unsterblich zu sein, grauenhaft. Er wollte endlich sein und endlich sterben. Er wurde sehr geachtet, hat Vieles und Vielseitiges erreicht und wurde sehr geliebt. Trotzdem war ihm die Kraft ausgegangen. Und weil ich ihn liebe, gönne ich ihm die Ruhe.

Es ist nicht besonders leicht, einen Sterbenden, nach Hause zu holen, damit er dort in Frieden gehen kann. Mir ist es für meinen Vater, dem ich für vieles sehr dankbar bin, geglückt.





Hier habe ich noch einen Link zu einer Petition im Deutschen Bundestag für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeitskräfte im Pflegeberuf

Damit Menschen, die im Krankenhaus sterben müssen, trotzdem genug Aufmerksamkeit und liebevolle Pflege bekommen werden.

Samstag, 23. Januar 2021

Beschränktheit


Es ist schon ein paar Jahre her, wo man dieses Wort für Menschen anwandte. Derzeit gilt es für uns alle. Und wenn wir Glück haben, führen die gesellschaft- lichen Beschränkungen nicht auch noch zu geistiger. 

Natürlich wirken sich weniger Kontakte, weniger Austausch auch auf meine Arbeit aus. Es kommt keiner, denn keiner darf. ich schweife von meinen üblichen Materialien ab und übe mich in wassergelösten Pigmenten. Aquarellfarben. 


Aber es macht mir zunehmend Spaß. Noch bin ich unvertraut. Aber es ist nicht mehr unbedingt nichts. 






So nudeln wir uns durch diese schwierige Zeit. 

Morgen fahre ich zu meinem Vater. Der ist so krank, dass er einfach wichtiger ist, als alles andere. Aber alles andere ist so wichtig, dass es uns einschränkt. 

Hoffen wir das Beste. 

Und so warten wir weiter auf kluge Lösungen, die unser neues Leben gangbarer machen.