Donnerstag, 25. November 2021

ORANGE DAY

"Und draußen die Welt" 2015 Öl auf Leinwand, hat mit dem Thema nur mittelbar zu tun
 

Heute soll auf "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam gemacht werden. Das Thema wird in den Medien besprochen. Aber im Freundeskreis, in der Familie, im Ort und in der Stadt geht es nie darum. 
Kürzlich habe ich ein gutes Buch gelesen. Es handelte vom althergebrachten Leben in einem Dorf. In einem Dorf in dem jeder jeden kennt und in dem die Divise gilt, dass man sich nicht einzumischen hat.  Zwar bekommt jeder Bewohner hinterrücks seinen Titel, ob er zutrifft ist eine andere Frage, dann aber kann er machen, was er will. Ich hatte den Eindruck, dass diese Haltung immer noch gilt, aber natürlich nicht nur für´s Dorf: In einer Stadt ist das Haus oder das Viertel das Dorf. Und, naja, ein Freundeskreis kann auch ein Dorf sein. Interressant ist, dass nicht nachgefragt wird. Und wir haben so verantwor- tungsbefreiende Statements wie: "Da gehören immer zwei dazu." Es gibt Männer, die geben ihren Frauen gegenüber damit an, dass sie sie immer nur dahin schlagen, wo man es nicht sieht. Unsichtbar ist auch, was im Bett geschieht und Entwürdigung ist oft eine Summe von Signalen, die man leicht von Außen missachten kann. Was  mich sehr bestürzt hatte, war die Meinung einer Frau meiner Generation (aus einem anderen Dorf und Leben) inhaltlich, dass eine Frau sich doch ruhig mal benutzen lassen kann. Wow!
 
Warum sollte man das tun? Ja frau tut das. Sie lässt es zu, um einen ihr gefährlichen Menschen sanft zu stimmen. Damit beginnt eine Spirale der Erniedrigung, die die Frau am Ende handlungsunfähig zurück lässt. Schafft es die Frau, sich trotzdem zu trennen, hilft dem alleingelassen, verlassenen Gewalttäter die üble Nachrede. Und die funktioniert so wunderbar, weil nicht nachgefragt wird. Weil es angenehm ist, zu wissen, dass nur der Verlassene der Geschädigte sein kann. 
Und dann ist ein Gewalttäter auch viel angenehmer 
im Umgang, als sein Opfer, seine Frau. 
Er kann sich seinen Freunden und 
Bekannten immer gutgelaunt zeigen, 
hat er doch ein sicheres Ventil. Seine 
Frau ist anderen Menschen vielleicht 
sogar lästig weil sie unglücklich, 
manchmal so seltsam verdruckst, 
viel zu laut oder einfach komisch ist. 
Vielleicht ist sie  sogar unangenehm und 
manchmal wirkt sie irgendwie unglaubwürdig!
Was sehr angenehm für den "armen" Mann ist, Lügen wirken dauerhaft.   Auch nach Jahren und Jahrzehnten wird immer noch die falsche Geschichte geglaubt.


 

Samstag, 9. Oktober 2021

Missverständnis ausräumen


und den Ausstellungsraum, die kleine Galerie umräumen.

Das fing mit dem Umdrehen des Schrankes in der Mitte an, das hatte ich ja schon gezeigt. Die Ansammmlung von kleinen Keramikarbeiten ist für den Besucher nun leichter zugänglich. Aber sie springen einem nicht mehr so frech ins Auge, soll doch meine künstlerische Arbeit im Vordergrund stehen.

Also kam ich, endlich endlich - warum fällt einem soetwas nicht früher ein? auf die Idee mal mehr Bilder hier unten aufzuhängen. Ja ich weiß schon, wegen des Staubes, der bei der Arbeit mit Ton anfällt. Aber Ölgemälde sind auch nicht so richtig empfindlich. 

Wie dem auch sei, jetzt ist die Ausstellung viel gemäldiger.



Dienstag, 5. Oktober 2021

Zur allgemeinen Erheiterung

Die Idee dazu hatte ich irgendwann im Juni. Hat wieder ein bisschen gebraucht.

Der Vogel hat unsere alten Katzen im Bauch. Da ruhen sie nun, alle zusammen in Frieden. Jetzt sieht man die Katzenfliesen viel besser. 

Das waren tolle Katzen!!!

Aber Benji reicht durchaus an sie heran und wenn Leo in 6 Jahren endlich den Mut gefasst hat, die Treppe herunter zu kommen, er auch. Klaro! Ach übrigens, nachts ist er mutig. Aber immer noch nicht mutig genug, die Treppe zu neh- men.


Hier tut sich was. Kann man sehen!


Kann man auch sehen, wenn man durch das Fenster in meine kleine Galerie schaut. 

Montag, 20. September 2021

Umbau im Ausstellungsraum

Mal wieder! 


Wenn man auf unser Grundstück kommt, ist der Eindruck meiner Werkstatt nicht ganz zutreffend. Da einem unten als erstes die Keramikwerkstatt mit der ganzen Gerätschaft begegnet, und in dieser tendenziell staubigen Umgebung meine Malerei bislang unterrepräsentiert war, nahmen die fraglosen Gäste gerne an, mein Hauptarbeitsfeld sei die Keramik.

Dem ist nicht so. Und da die Keramikwerkstatt da unten nun nur noch hobby- mäßig  gebraucht wird, habe ich beschlossen ein wenig umzuräumen. 


Mehr dazu, nächstes Mal

Sonntag, 22. August 2021

Zweideutig

 

Was ich hier gerade abbilde, ist gezeichnet. Ich hatte erwähnt, dass sich, in meinem und in dem Atelier einer befreundeten Künstlerin, ab und wann ein kleines Grüppchen Zeichnerinnen trifft, um Portraitzeichnen zu üben.



Das fiel jetzt elend lange
wegen Corona weg. Endlich aber haben wir uns, alle durchgeimpft, wieder getroffen. Mein Handgelenk war förmlich eingerostet und ich fand nicht den rechten Zugang. Das hat mich geärgert. Also suchte ich in meinem teilweise ererbten Stifte- und Zeichengerätefundus inspirierendes Material. Und siehe da, da habe ich doch die, für mich ultimativen Zeichen- kohlestifte!!

Die machen was ich will.

Beim Portätzeichnen bin ich nicht schnell, also zeichne ich, was nicht wegläuft. Obwohl, sie könnten schon....

... aber sie schlafen natürlich oft. 

Ein kleines Skizzenbuch habe ich jetzt so oft wie möglich dabei. Letztens habe ich mich bei einem Besuch ausgetobt. Da das Wetter nicht so verlockend ist, wird Interieur erfasst.



Den Begriff gezeichnet, verwendet man auch auf Menschen. Vom Leben gezeichnet. Das sind dann die Menschen, denen man es ansieht. Anderen sieht man es vielleicht gar nicht an. Aber wie so vieles, was das Äußere anbelangt, könnte es auch ein falscher Eindruck sein. Es könnten die Gene sein, die dem Einen glatte Haut bis ins hohe Alter, gönnen, dem Anderen eben nicht. Jemand ist gezeichnet, obwohl man es nicht sieht und der andere ist gezeichnet, weil ihm dies seine Vorfahren vermacht haben. Man sieht, ich bin mal wieder thematisch beim schönen Schein gelandet. Und beim unschönen.


Dienstag, 27. Juli 2021

Kunst in meiner Eifel


Heute hatte ich ein Gespräch über das Leben als Künstlerin in RheinlandPfalz
. Im Allgemeinen und im Gemeinen. Hahaha, nein! und über meins, nämlich hier in diesem hübschen Dorf.

Ich sitze mit meinem Atelier in meiner Rheinlandspfälzischen Eifel und da sieht das Kunstverständnis in etwa so aus (Ein bisschen muss ich ausholen...):          Weil ich mit Öl heize, wird mir Öl geliefert. Man soll sich nicht täuschen, ein Öllieferant, insbesondere wenn er ein Mann ist, ist in allen Bereichen kompe- tent. So kam es, dass er mir erklärte, was Kunst ist. Er war so beeindruckt von der Fähigkeit eines Steinmetzes, der bis ins Detail ein Motorrad in Stein schlug, dass er klarstellen musste: das ist Kunst.  

Jetzt weiß ich´s.

Und wieder kann man feststellen,  was Kunst ist und was nicht, ist eine nicht ganz leicht zu beantwortende Frage.

Freitag, 9. Juli 2021

Nicht nur Tassen

Eine Woche war ich nicht zu Hause. Zu meinem Glück regnete es reichlich, in meiner Abwesenheit. Das tat den zurückgelassenen Pflanzen natürlich gut. Die, die noch gar nicht zu sehen waren, hatten die Gelegenheit genutzt um aus den Ritzen im Pflaster aufzutauchen. Der kleine Vorplatz vor der Haustüre war jetzt völlig zugewuchert.
 
 
Und nicht nur da explodierte das Grün. Zuckerschoten wurden zu Kullererbsen.


Und so kamen dann auch die Tassenfotos zustande.

Ich bin wieder da.