Mittwoch, 28. September 2022

Titel, unbekannt

 

Als ich noch nicht wußte, dass meine Werkstatt hier weg- ziehen würde, dachte ich mir, ich mache das ganze Haus zur Galerie. Also habe ich hier überall meine Arbeiten verteilt. 
Im Dämmerlicht des Abends sieht es in meinem bewohnbaren Mal-Atelier so aus. Schlechtes Licht für ein präzises Abbild. Aber das Foto gibt die reale Wahrnehmung gar nicht so unzutref- fend wieder. Die meis- ten meiner Arbeiten habe ich unter besse- ren Bedingungen foto- grafiert, für Dokumen- tation und Vorstellung. Abends, wenn ich jetzt manchmal auf der Couch sitze, schau ich direkt auf diese Plastik: 
"geplatze Träume", Steinzeug engobiert
 
 
 
 
 
 
 
 
Und jetzt, wo ich sie doch bald alle in Kisten packen werde, fallen sie mir nochmal besonders ins Auge. Schade, das sie keinen besseren Platz gefunden haben... Wie lange sie in Zukunft Dornröschen spielen werden ist nicht bekannt. Scheewittchen wäre wünschenwert, da befänden sie sich schließlich in einer Art Vitrine. Dass sie in Bläschenfolie nicht optimal zu betrach- ten sind, ist auch ein bisschen traurig.

 



 

 

 

All die künstlerichen Arbeiten und Arbeiten aus dem Zwischenreich (Kunsthandwerk) müssen bis zum Ende des Monats fertig verpackt sein.

Donnerstag, 25. August 2022

Meine Werkstatt zieht aus!!!

Seit 2019 hat sich vieles verändert. In unser aller Leben und in meinem besonders. Es gibt Ereignisse, die kosten einen den halben Verstand. 
Wenn man Glück hat, lässt sich die fehlende Hälfte mit der Zeit wieder einsammeln. Scheinbar hatte ich das Glück. So hat sich herausgestellt, das ich meinen derzeitigen Standort besser verlassen sollte. Und das tue ich sehr bald.
 

Manches Werkstück kommt noch in die Hände anderer Menschen, darüber freue ich mich sehr.



   Und wohin geht’s? 

   Nach oben rechts? 

   Ob sich Neugierde lohnt?

   Wer weiß!

   Meistens schon.😊


Dienstag, 14. Juni 2022

Hass

 Warum funktioniert Hass eigentlich so gut?

 

1996 "Kaifenheim" Öl auf Cotton

 
Wenn man sich so in der Welt umschaut, sieht man ihn überall. Seine Früchte sind Unterdrückung, Streit und Freiheitsberaubung.
Meine Frage ist eine Frage. Ich würde mich über Überlegungen dazu freuen.
Eine weitere Frage ist:
"Was kann man eigentlich dagegen machen?"
Wer es hinbekommt, ein Feindbild zu schaffen, sitzt am längeren Hebel. Diejenigen die vom Verfeindbildern missstaltet wurden, können daran nichts ändern. In den vergangenen Monaten habe ich viele Bücher über und um die Hitler-Zeit und die Verfolgung und Vernichtung von von Feindbildern betroffenen Menschen gelesen. Immer wieder kann man nur darüber staunen, in was für Abgründe Menschen bereit sind herabzusteigen, für das Gefühl von Überlegenheit... (Wie kann man es als Überlegenheit werten, wenn sich andere nicht mehr wehren können? Wie kann man sich überlegen "fühlen", wenn man sich in der Übermacht befindet und deswegen tun und lassen kann, was man will? Das ist doch keine Überlegenheit.)
Auch wenn man im Kleinen schaut, geht es oft um Machtverhältnisse; seinen Willen durchsetzen, etwas zu bekommen. Oft geht es auch um Anerkennung, Liebe oder vorenthaltene Liebe. Da sind Konflikte ja leider nicht immer zu vermeiden. Ich will was, du willst was, das passt vielleicht nicht zusammen. Kann es helfen, die Beweggründe der anderen Person kennenzulernen?
 
1996 "Skeptiker" Öl auf Cotton

 
 
 
 
 
Kann Hass dabei helfen, dass man sich besser fühlt? 
Auf die Dauer richten solche Gefühle doch Schaden an! 
Wem es bekannt ist, gehasst zu werden, der weiß auch, dass dieser Hass ein Echo hervorrufen kann. Wenn man sich dem Gehasstwerden nicht entziehen kann, was soll man dann tun?


Sonntag, 22. Mai 2022

Abgenommen

 

Plötzlich sieht er aber doch sehr klein aus, der Kavenzmann!!!

 
 
Nun is er weg! und mit ihm die geschätzten 400 Kilogram. Mein großer Keramikbrennofen. Nein, jetzt nicht mehr, 
jetzt der Ofen.
 

Ich freue mich so sehr darüber, denn die, die jetzt um 400 kg zugenommen haben, sind auch so glücklich. Ha so soll es sein, finde ich: Der eine will etwas loswerden, der nächste braucht etwas, man einigt sich auf zivilisierte Art und hernach sind alle Beteiligten froh.  
 

Eigentlich wollte ich eine Fotodokumentation über das belastende Ereignis machen. Der Fotoapparat lag bereit. Als mein Nachbar mit dem Gabelstabler auf unser Grundstück gefahren kam, hätte ich mit der Knipserei beginnen sollen. Da meine Merkfähigkeit merklich ausgesetzt hatte, wird es nun eine Erzählung. Den Gabelstabler konnten wir gut gebrauchen, denn vom letzten Ofentransport bis heute hat sich der Untergrund auf dem Grundstück verändert. Er ist mit dem  Basaltsplitt zu nachgiebig, um einen belasteten Hubwagen darauf rollen zu lassen.
Der Gabelstabler ließ alles rundherum schrumpfen, als er im Garten stand, so ein riesiges Getüm ist er. Aber nicht nur riesig, sondern auch großartig. Mit ihm konnte mein tüchtiger Nachbar den Ofen vom Hubwagen in der Galerie in den Transporter auf der Straße heben. Schade, dass ich den Fotoapparat vergessen habe! Es ist das letzte Mal, wo mir so eine große Last abgenommen worden war.
 

In der Ecke, die der Ofen besetzt hatte, habe ich ein bisschen Zeug untergebracht. Es ist jetzt mehr Raum im Raum. Was wird wohl damit angefangen .... 


Freitag, 20. Mai 2022

Veränderung, Erleichterung

Der Arbeitstisch aus der Werkstatt steht schon mit dem Rücken zur Wand. Hier kann man sich nur noch ergeben.

Es tut sich was.
 
Und soweit es mich betrifft: gerne!!!
Morgen wird mein großer Nabertherm abgeholt. Deswegen muss eine Schneise in Werkstatt und Galerie geräumt werden. Das habe ich heute gemacht. 
Dabei ist mir dieses exotische Spinnchen über die Kehrschaufel gelaufen. Vielleicht ist es ja auch gar nicht exotisch? mir ist nämlich noch ein zweites begegnet. Wer den Namen der Herrschaften kennt, kann es ja vielleicht hilfreich kommentieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schneise ist gemacht. 


Zwischenzeitlich fiel der Himmel hier herrunter, mit Schlagzeug und Gebläse. Hoffentlich stört das Wetter den Ofen-Umzug morgen nicht!!

 

Der Ofen ist seit ca. 26 Jahren Kernstück meiner Keramikwerkstatt.  Er war der Ermöglicher. Trotz großer "Liebe" muss er jetzt weichen. Es tut sich Vieles und Vieles wird sich bewegen. Und da der Ofen nicht zu den beweglichsten Dingen in meinem Leben gehört, wird er in Kürze woanders mit Begeisterung genutzt. 

 

Und das finde ich wunderschön.



Samstag, 30. April 2022

Tag der Skulptur

 

Habe ich auch nicht gewusst. Wurde heute im Radio kundgetan und ich hab´s gehört. Dazu gab es sogar noch ganz viel hörbaren Text, den ich aber nur als Geräuschkulisse wahrgenommen hab. Jedenfalls habe ich passend dazu  heute den Ofen, nach seinem vielleicht bei mir letzten Brand, geöffnet. Und darin: 




Zwei Plastiken, die beide so geworden sind, wie sie sollten. Die zweite kann man vage im Hinteren des Ofens erahnen.

Und jetzt ist auch schon der wilde April wieder zu Ende. Man kann´s kaum glauben.

Dienstag, 26. April 2022

Frühling auf dem Tisch

 

Für mich ist die Apfelblüte der Inbegriff der Frühlingsfreude. 

 

Heute konnte ich nach dem Einkauf einen Apfelzweig schneiden. Leider stehen die meisten Apfelbäume auf Privatgrundstück: Da kann man sich ja nichts nehmen und das tue ich auch nicht.

Auf unserem Grundstück stehen zwei Flieder, deren Blüte noch etwas auf sich warten lässt und deren Zweige ich sowieso nie schneide, weil mir noch nie gelungen ist, die Dolden am vorzeitigen Verwelken zu hindern. 

Weil die Dinge nicht aufhören zu existieren, habe ich den Zweig in eine Vase aus meiner Fertigung gestellt. Schön.

 

Auch auf der Terrasse ist der Frühling in vollem Gang. Beim Nachbarn bauen junge Elstern ein Nest im Baum. Vor ein paar Tagen haben wir uns noch amüsiert, dass ihnen fast jedes Stöckchen herunterfiel. Aber jetzt ist doch ein kobenartiges Nest daraus geworden und das Blattwerk ist schon so üppig, dass man nur kaum die Vögel erkennen kann. Bei mir holten sie sich die Brautgeschenke aus dem Vogelhäuschen. Wie schön das Gefieder ist, sieht man ja nur von nahem so richtig. Aber eben einen Schnappschuss mit dem Handy  machen, lassen die aufmerksamen Mitgeschöpfe nicht zu. Die sind immer weg, wenn ich das Handy zücke.