Samstag, 30. April 2022

Tag der Skulptur

 

Habe ich auch nicht gewusst. Wurde heute im Radio kundgetan und ich hab´s gehört. Dazu gab es sogar noch ganz viel hörbaren Text, den ich aber nur als Geräuschkulisse wahrgenommen hab. Jedenfalls habe ich passend dazu  heute den Ofen, nach seinem vielleicht bei mir letzten Brand, geöffnet. Und darin: 


Zwei Plastiken, die beide so geworden sind, wie sie sollten. Die zweite kann man vage im Hinteren des Ofens erahnen.

Und jetzt ist auch schon der wilde April wieder zu Ende. Man kann´s kaum glauben.

Dienstag, 26. April 2022

Frühling auf dem Tisch

 

Für mich ist die Apfelblüte der Inbegriff der Frühlingsfreude. 

 

Heute konnte ich nach dem Einkauf einen Apfelzweig schneiden. Leider stehen die meisten Apfelbäume auf Privatgrundstück: Da kann man sich ja nichts nehmen und das tue ich auch nicht.

Auf unserem Grundstück stehen zwei Flieder, deren Blüte noch etwas auf sich warten lässt und deren Zweige ich sowieso nie schneide, weil mir noch nie gelungen ist, die Dolden am vorzeitigen Verwelken zu hindern. 

Weil die Dinge nicht aufhören zu existieren, habe ich den Zweig in eine Vase aus meiner Fertigung gestellt. Schön.

 

Auch auf der Terrasse ist der Frühling in vollem Gang. Beim Nachbarn bauen junge Elstern ein Nest im Baum. Vor ein paar Tagen haben wir uns noch amüsiert, dass ihnen fast jedes Stöckchen herunterfiel. Aber jetzt ist doch ein kobenartiges Nest daraus geworden und das Blattwerk ist schon so üppig, dass man nur kaum die Vögel erkennen kann. Bei mir holten sie sich die Brautgeschenke aus dem Vogelhäuschen. Wie schön das Gefieder ist, sieht man ja nur von nahem so richtig. Aber eben einen Schnappschuss mit dem Handy  machen, lassen die aufmerksamen Mitgeschöpfe nicht zu. Die sind immer weg, wenn ich das Handy zücke.



Samstag, 16. April 2022

Ausflug nach Corona

 

Der schüchterne Kater ist sehr interressiert...

Klingt doch schööön. Sind ja Osterferien, da sollte ein Ausflug doch mal drin sein. Nach all der langen Zeit, mal was ganz anderes: Kein Ausflug zur Sonne und auch nicht in eine internationale Bierkneipe. Nein hier handelt es sich um: "Es selber haben".
Geimpft, nochmal geimpft und nochmal geimpft ist die eine Erfahrung. Von dem Zeug darniedergestreckt zu werden eine andere. Mittlerweile nun liege ich nicht mehr nur kochend im eigenen Sud im Bett, sondern bin auch wach und kann sogar etwas schreiben. Was ich, wenn ich die Augen aufmache sehe, ist ja ganz nett, wie auch Sie jetzt sehen können. 
 
......aber nur sehr vorübergehend

Ans Bett gefesselt sehe ich allerdings auch auf die gegenüberliegende Haus- wand. Früher war sie nur von Winter bis Frühling hässlich, denn es wuchs einmal ein wunderschöner wilder Wein daran. Sobald die Blüte begann, begannen sogar die Bienen darin zu schmausen und das Gesumm war ein so friedvolles Geräusch. Praktisches Denken überzeugte den Besitzer leider davon, den Wein umzubringen und herunterzureißen. Meiner Ansicht (!!!) nach, hätte er ihn auch stutzen können...  Ich nehme an, es ging ums herbstliche Blätter-kehren und -entsorgen. Denn ordentlich wurde die Pflanze nicht beseitigt, weswegen das Ergebnis nun auch nicht ordentlich ist. An der überaus häss- lichen Wand hängen immer noch vertrocknete Zweige des Weines. Auch auf dem Dach knuddelt noch etwas herum. Jedes Jahr zur Nistzeit, seit dieses Unglück über meine Wahrnehmung hereinbrach, versuchen Elstern, Amseln, Tauben der Unordnung etwas für ihren Nestbau zu entreißen. Viel kommt dabei allerdings nicht abhanden.
 
immerhin, da ich ja sonst noch nichts tun kann, habe ich jetzt endlich mal dieses Beispiel idyllisch-dörflicher Lebensart beschreiben können.😉
 
Ach ja und Ostern? Ostern fällt glaub ich in´s Bett.... 
 
jedenfalls für mich


 


Dienstag, 5. April 2022

Gute Laune

"Heiterkeit" 2009 Öl auf Leinwand

Also das muss ich doch schnell erzählen.

Eben bekam ich eine Lieferung. Eine kleine, private Lieferung. Und weil hier phasenweise der Hund begraben ist, bekommt man leicht mit, wenn auf der Straße ein Auto stehen bleibt. Besonders, wenn es ein Lieferwagen mit laufendem Motor ist. Weil die Zusteller seit Corona in besonderem Stress stehen, laufe ich dann schon mal runter zur Tür, damit der Lieferant nicht so lange warten muss.

Ich machte die Tür in dem Moment auf, wo der Zusteller gerade die Haustür erreicht hat. Er gibt mir das Päckchen, lacht und mault freundlich: 
"ich hab doch noch gar nicht geklingelt!!"
Ich lache immer noch. Der war jetzt auch ein Bote der guten Laune!! 
Engel sind vom Wortsinn nichts anderes als Boten, noch nicht mal zwingend himmlische. 

 
"Der Lacher" "015 Öl auf Leinwand

Bei mir war heute ein Engel an der Tür!

Freitag, 18. März 2022

Sprachlosigkeit


Ja, blubb, ich habe hier auch nichts mehr gesagt.
Man sagt doch: Kommunikation ist alles!! Ist es. 
 
Sogar wenn man nichts sagt, ist das Kommunikation. 
Wenn man sich abwendet, an jemandem vorbeischaut, die kalte Schulter zeigt, etwas unkommentiert im Raum stehen lässt, ist alles eine Art Kommunikation. Genauso ist ein Lächeln, ein Zwinkern, ein Zuhören, ein Nicken: Kommunikation. Jemandem auf die Schulter klopfen ist es, genauso, wie jemandem auf den Fuss zu treten. Man kann gemeinsam schweigen oder gemeinsam stumm sein. Es gibt Situationen in denen fühlt sich der Eine wohl und der Andere schlecht.  
 
Aus mir unbekannten Gründen, gehen Menschen gerne davon aus, dass der Partner, die Partnerin oder die Freundin, der Freund wissen könnten was wir denken. Ich glaube, die Annahme, man wüsste was der andere denkt, was seine Beweggründe sind, sind das Killerprogramm für Beziehungen.

Das absolute Desaster ist, wenn es einem der Beteiligten total egal ist, was der Andere für Wünsche hat und einfach durchsetzt, was sein Begehr ist.
 
"Kommunikation" Detail

Staaten pflegen auch Beziehungen. Gerade sehen wir, dass jemand statt das Gespräch zu suchen, seine Wünsche mit Gewalt durchsetzt. Es ist ein Graus.

Dass wir hier durch unsere Medien nun endlos und immer über diesen schrecklichen Krieg berichtet bekommen, halte ich für eine missratene Kommunikation. Wir werden informiert, informiert, informiert. Man zeigt uns respektlos die Verzweiflung der Verzweifelten, die ihr Zuhause verloren haben und jetzt auch noch die Privatheit ihres Leids. Ist das wirklich noch Information, wenn mir jeder in mein verweintes Gesicht blicken kann und jeder auf der ganzen Welt meinen Kummer analysieren kann? Ich schäme mich dafür, dass wir diese Menschen so nackt machen! 

Ich sehe ein, dass wir von den Kriegen der Welt Kenntnis bekommen müssen. Aber tun wir das auch? Gibt es nicht endlos viel Konflikte, Diktaturen und Armut, von denen wir gar nichts wissen? 

Ich gebe hier ganz offiziell meine Ratlosigkeit zu. 

Froh bin ich, dass so viele Menschen sich nicht von diesem Informationsberg erschlagen fühlen und hilfreich ihre Menschlichkeit zum Einsatz bringen.

Donnerstag, 10. Februar 2022

Umgebung

"Das Licht erwarten" Öl auf Leinwand
 
Mit den Jahren haben sich dann doch ein paar Bilder über die Gegend, in der ich lebe angesammelt. Auf ihnen habe ich meinen Eindruck ausgedrückt. 
In meinem Mal-Atelier habe ich eine Wand für viele dieser Bilder. Sie haben einen Sonderposten. Warum? Weil ich darüber überrascht bin, dass ich interressant fand, sie zu malen.
 

Gerade wenn es so entsetzlich grau ist, wie in diesem Winter, macht es besonders viel Sinn, nach draußen zu gehen. Aber ich gebe zu, es lockt mich dennoch nicht. Wenn mich aber Erledigungen aus dem Haus zwingen, finden sich die Eindrücke auf meiner Netzhaut. Und die nehme ich mit nach Hause. 
 

Die Farbe und das Licht sind´s, die mich reizen. Ich habe keinen Ehrgeiz eine exakte Abbildung des Gesehenen zu malen, ich habe einen anderen Ehrgeiz. 
Auch die Landschaft hat ein Gesicht. Und selbst Landschaften bekommen Sympathie, oder auch nicht.
Diese hier hat mich eindeutig für sich eingenommen.
 
"Winter ohne Schnee" Öl auf Leinwand


Gestern zogen schon die Kraniche über den Ort. Sie sind mir ein Versprechen.




 

Die Sonne schien mal kurz und dabei bemerkte ich auch,  dass die Schneeglöckchen in den Startlöchern hocken. Ochjaa, das was sie lockt, können wir alle gebrauchen: LICHT!!!


 

Dienstag, 1. Februar 2022

Reflektion

 

"Zusammenhänge"  Oktober 2014    
 

Ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass Menschen, die besonderen Wert auf eine bestimmte Haltung legen, diese anderen gegenüber durchaus vernach- lässigen können?

Das ist mir das erste Mal aufgefallen bei zwei Leuten, die sehr viel Wert darauf legten, dass man ihnen Respekt zollte. Diesen anderen gegenüber aufzubrin- gen, war für sie selbst nicht selbstverständlich.

Es ist scheinbar egal, welches Thema es ist, worauf jemand sein Augenmerk verlegt: 
Zum Ende letzten Jahres hatte ich ein Erlebnis zum Thema Kränkung. Ein Bekannter, erzählte mir von den Kränkungen, die er immer hatte erfahren müssen. Scheinbar gab es dann etwas, das er meinerseits in den falschen Hals bekommen hatte. Statt eine Klärung zu suchen, versuchte er mich zu kränken. Weil nicht jedes Thema alle Leute gleich kränkt, tat es mir nicht weh.

Grund genug nochmal dahin zu schauen, wo wir selbst sehr empfindlich sind und ob wir das bei anderen beachten und beherzigen?


"Austeilen" 7 2020


 

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