Mit 14 Jahren hatte ich das Erlebnis, dass ich in der Schule eine Theaterrolle spielen durfte und das auch noch richtig gut konnte. Dadurch erfuhr ich Zustimmung ( scheinbar hatte ich das vorher noch nie so richtig erlebt, so offiziell ) so dass ich glaubte, dass das jetzt mein Lebensziel ist. Etwas später damals, nämlich als es für mich um Vorsprechen zum Schauspielstudium ging, kursierten viele Gerüchte darüber, dass man auf Aufnahmeprüfungen an Schauspielschulen Vergewaltigungsszenarien darstellen sollte. Das und vieles anderes schüchterte mich (und ich glaube berechtigt) massiv ein.
Heute Abend hatte ich mal wieder einen Polieranfall. Schmuck und silberne Salz- und Pfefferstreuer aus Edinborough mussten geputzt werden. Ich mag es, Dinge zu pflegen, Türscharniere zu ölen, Pflanzen an den richtigen Platz zu räumen. Das mag ich. Wenn irgendjemand am Beginn meines Erwerbslebens an mir interessiert gewesen wäre, hätte ich vielleicht nie bildnerisch gearbeitet, nie mich in Malerei gestürzt und eine Keramikwerkstatt aufgebaut. Ich hätte gerne Bestehendes gepflegt, um damit mein Geld zu verdienen.
Aber es ist dennoch Wirklichkeit, ich muss meine künstlerischen Ideen raushauen. Denn ohne dieses Wirken wird meine Stimmung unterirdisch. Und deshalb kann man schon davon ausgehen, dass in meinem Leben etwas passiert ist, was wirklich mit mir zu tun hat.
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| Silberne Salz und Pfefferstreuer vor keramischer Avocado |















