Sonntag, 19. Februar 2023

Freundschaft

Als ich klein war, also als ich noch in die Grundschule ging, war es völlig klar, was ein Freund, eine Freundin ist. Da fand ich die Unterscheidung, die meine Eltern machten sehr befremdlich: Freunde und Bekannte. 
Wenn ich als kleines Mädchen jemanden kannte, war der auch mein Freund, ganz einfach.
Dass sich das mit den Jahren ändert, fällt zunächst nicht auf. Es gibt Menschen, die begleiten einen über eine kurze oder lange Zeit, das kann intensiv sein oder leicht und spaßig und wenn die vorbei ist, ist das einfach so. Die Zeit hat gereicht. Man ist nicht traurig, man ist nicht bös. Das sind dann wohl die Bekannten.
 
"Sternschnuppe" 2018/7 Öl auf Leinwand
 
 
Und es ist schön, dass es solche Begegnungen gibt, weil es schön ist mit Menschen in Kontakt zu sein und weil man so sehr viel über Menschen lernen kann. 
 
Aber Freundschaft, was ist denn das genau? 
Oder gibt es da genau kein genau?   
Ist vielleicht Freundschaft etwas, das man am Ende nur für sich in seinem eigenen Herzen entscheidet? 
 
Für mich ist Freundschaft zum Beispiel eine Art von Liebe. 
 
 
Freundschaft ist auf jeden Fall Beziehung und deswegen auch mit Schwierigkeiten verbunden. Viele meiner Freundschaften sind langsam gewachsen. Erst hat man sich öfter getroffen, etwas erzählt, etwas preisgegeben, immer mehr Freude verspürt wenn man sich traf und irgendwann stellte man fest, wir sind richtig gute Freunde. Es gibt aber auch diese Art Begegnung: Man triff sich zum allerersten Mal und kann für sich soetwas spüren wie, Ach, da bist du ja!!!
Und dann gibt es die Freundschaft, die aus einem Wunsch entstanden ist. Da wünscht man sich vielleicht: 
Die oder den will ich kennenlernen!
 
 
 
Freundschaft stellt immer wieder Aufgaben. Manchmal ist man dem nicht gewachsen. Manchmal gibt es deswegen Streit und wenn man Pech hat, geht daran eine Freundschaft zugrunde. Wenn man Glück hat, weiß man, dass man der Freund, die Freundin ist und wartet ab, bis das ganze Wasser, was es dafür braucht, die Flüsse runtergelaufen ist und nach dieser Zeit kann man sich wieder begegnen.
 
"Umschauen" 2015/2016 Öl auf Leinwand


e



Samstag, 21. Januar 2023

Tee

Ich komme 
noch zu nichts. 
Keine Zeichnung,
keine Malerei.
Ich bringe das Haus, 
in dem ich nun wohne, 
auf Vorder -Mann, -Frau, -Divers.
(Oder geht das alles nicht?)

Ich warte nicht ab und trotzdem muss natürlich Geschirr da sein, um Tee zu trinken. Und das habe ich schon lange ausgepackt. 
   Man kann auch Tee trinken ohne abzuwarten.
 

Fast könnte es mir leid tun, dass ich meine Arbeit mit keramischen Werkstoffen an den Nagel gehängt habe. Aber nein, das ist schon gut so...
Dann darf eben nichts mehr kaputt gehen 
 

                         Stövchen, engobiertes Steingut, Milchkrüglein dito, Tasse, bemaltes Steinzeug,

                          Teekanne aus Kupfer und aus meiner Kindheit plus Kluntje im geschliffenem Bleikristallglas

 


Samstag, 31. Dezember 2022

Eben mal Bescheid geben


An dieser Stelle möchte ich mich bei denen bedanken, die sich für meinen Blog interessieren. 
Das Jahr geht zu Ende. Nur noch wenige Stunden. 
In diesem zu Ende gehenden Jahr ist unglaublich viel geschehen. Ich wohne an einem anderen Ort. Habe aber noch keine Räume, in denen ich meine Arbeiten präsentieren kann. Deswegen halte ich mich mit vielem noch zurück. 
Für uns alle wünsche ich, dass Frieden einkehrt und Verständigung möglich ist. Dass zweierlei Haltungen trotzdem zu einer Einigung führen kann. 
Uns allen wünsche ich, dass wir schätzen können, was wir haben und uns bemühen möchten um das Glück der Anderen.
 

Sonntag, 30. Oktober 2022

Abschied und Neuanfang

Tschüüs mein altes Zuhause 


Tschüss alter Wirkungskreis


Tschüss alter Arbeitsplatz 



 Jetzt dürfen wir getrost gespannt sein, auf das was kommt… 

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Verpackung

Ich bin derzeit damit beschäftigt, einen 
ganzen Hausstand zu verpacken. Nein, natürlich nicht irgendeinen, MEINEN!!! Alle meine künstlerischen Arbeiten mussten natürlich auch verpackt werden. Allerdings ist das jetzt schon geschehen. Sie sind schon voraus gefahren.
Während meines Frühstückstees sind mir 
diese Bilder über den Weg gelaufen.
Als ich hier nach Wassenach gezogen bin, ist ja schon lange her (24 Jahre) geschah das unter einem enormen Druck. Deswegen und natürlich auch, weil unsere Möglichkeiten damals noch andere waren, habe ich die Veränderungen, die ich an diesem Haus vorgenommen habe, nicht sehr gut                  dokumentiert.

Dieses Mal wollte ich es anders machen. Aber auch diesmal ist die Situation nicht ganz entspannt. Es ist einfach irre viel zu tun. Hier, beim Verlassen des Hauses mit den Atelierräumen und dort beim zunächst nur Bewohnbar-machen eines Hauses. Deswegen habe ich das Eine oder Andere auch  nicht fotografiert.

Aber das Verpacken der Plastiken schon!
Meine Plastiken haben oft ein außergewöhnliches Haupthaar, was besonders behutsam verpackt sein möchte. Die verschieden Stadien des Verpacktseins haben mich auch optisch sehr angesprochen.
"Kriegerin", Steingut, Engobe und Oxyde, vielleicht 2020?😕


Und weil demnächst eine Zeit zuende geht, hier mal ein Bild von diesem Haus, als noch nicht immens viel passiert war.
Allerdings hatte ich, als die Bank das Foto machte, die abgelutschten Fenster schon weiß lackiert.


Montag, 17. Oktober 2022

Was man nicht sucht, findet sich


Kürzlich sollte ich belegen, dass ich schon lange kontinuirlich
meiner künstlerischen Arbeit nachgehe, natürlich weil ich ein Anliegen hatte. 
Weil ich aber mit dem Ausräumen, Aussortieren und Umverteilen des Inhaltes eines ganzen zu großen Hauses beschäftigt bin, ist mir dieser Nachweis nicht geglückt. 
Etwas, was mir in meiner Zeit hier immer wieder passiert ist:
Engagement für nix.
 

Manchmal weil ich es nicht perfekt angegangen bin, wie dieses Mal, oft aus anderen Gründen.
 

Gestern bin ich den ganzen Rest meiner Keramikwerkstatt losgeworden, welch eine Erleichterung!!!
Meine Abnehmerin ist froh und ich bin es auch!!!
 
Im Sediment der Werkstatt fanden sich dann die Beweismittel...



 

Mittwoch, 28. September 2022

Titel, unbekannt

 

Als ich noch nicht wußte, dass meine Werkstatt hier weg- ziehen würde, dachte ich mir, ich mache das ganze Haus zur Galerie. Also habe ich hier überall meine Arbeiten verteilt. 
Im Dämmerlicht des Abends sieht es in meinem bewohnbaren Mal-Atelier so aus. Schlechtes Licht für ein präzises Abbild. Aber das Foto gibt die reale Wahrnehmung gar nicht so unzutref- fend wieder. Die meis- ten meiner Arbeiten habe ich unter besse- ren Bedingungen foto- grafiert, für Dokumen- tation und Vorstellung. Abends, wenn ich jetzt manchmal auf der Couch sitze, schau ich direkt auf diese Plastik: 
"geplatze Träume", Steinzeug engobiert
 
 
 
 
 
 
 
 
Und jetzt, wo ich sie doch bald alle in Kisten packen werde, fallen sie mir nochmal besonders ins Auge. Schade, das sie keinen besseren Platz gefunden haben... Wie lange sie in Zukunft Dornröschen spielen werden ist nicht bekannt. Scheewittchen wäre wünschenwert, da befänden sie sich schließlich in einer Art Vitrine. Dass sie in Bläschenfolie nicht optimal zu betrach- ten sind, ist auch ein bisschen traurig.

 



 

 

 

All die künstlerichen Arbeiten und Arbeiten aus dem Zwischenreich (Kunsthandwerk) müssen bis zum Ende des Monats fertig verpackt sein.