Samstag, 22. August 2026

die Wandertaube



Anfang Mai war ich mit einer Freundin in Essen. Wir besuchten die Zeche Zollverein und in dem, wirklich besonders sortierten, Museumsshop fand ich ein Buch über Tauben. Man kann sehen, es ist wirklich ansprechend gestaltet, aber darum ging es mir nicht.
Wie an anderer Stelle schon einmal erwähnt, gehöre ich nicht zu den Menschen, die Tauben hassen. Ich hatte mich auch schon einigermaßen kundig gemacht, damit ich nicht nur aus dem Bauch heraus argumentieren könnte, wäre ich einmal danach gefragt. Ein bisschen grinste ich in mich hinein, bei der Vorstellung, jemandem der Tauben ablehnt, dieses Büchlein als Bettlektüre hinzulegen. 
 
  
Letztlich habe ich es kürzlich selbst begonnen zu lesen. Und was soll ich sagen? Ich bin hängen geblieben. Mich hat die Ausrottung der Wandertauben so erschüttert, dass ich erst mal die Taubenverteidigungserkenntnisgewinnung unterbrechen musste.
 
..um mich ein wenig zu trösten, schnitzte ich eine kleine Druckvorlage

Wandertauben lebten in riesigen, riesigen Schwärmen. Sie wanderten über den Amerikanischen Kontinent. Sie nisteten nur einmalig an einer Stelle. Und dann erkannte das zweibeinige Tier „Mensch“, wie leicht man sehr viel Geld mit dem Taubenfleisch und den Federn machen konnte. Als die Gier absehbar dazu führte, dass es in Bälde keine Wandertauben mehr geben würde, hörte der Vernichter mit den Massakern nicht auf, denn er konnte nicht auf den Gewinn verzichten. Einzelne Schwärme bestanden aus Milliarden von Vögeln. Aber das Menschtier brachte es innerhalb kürzester Zeit fertig, alle zu vernichten. Aus Gier.
Ich habe einen kleinen Druck angefertigt. Vorlage ist eine Abbildung der Carolinataube aus jenem Buch. Jetzt seitenverkehrt, denn auf die Richtigkeit der Abbildung kommt es ja nicht an. 

Die Wandertaube, als Lesezeichen-andenken

 
Aber, was soll ich sagen? Ich sag es traurig: Wir sind wieder dort, wo die Gier den Niedergang ermöglicht. 
Die Gier beherrscht die Welt. An Selbstwert arme, narzistische, kleine, körperlich vielleicht sogar große und imposante Männchen*   plustern sich mit Materie auf und machen materiell schlechter stehende Mitmenschen unglücklich. Welch ein Sieg. Aber irgendwann sind auch sie tot.
 

 Trösten tut es nicht!
 
 
 
* hier kann ich das Schriftbild nicht beeinflussen, ich hätte es anders gesetzt. 

Sonntag, 9. August 2026

Liegen lassen

Oft geht es mir so, dass ich 
eine von mir gefertigte Arbeit unzufrieden beiseite lege. 
Kürzlich hatte ich eine Druckvorlage geschnitten 
und jetzt nach einem Probedruck noch einmal weiter bearbeitet. Danach druckte ich sie erneut 
und war wieder unzufrieden. 
Da mir das Motiv aber so gut gefällt, setzte ich mich heute 
auf meinen Minibalkon, um 
eine weitere Druckvorlage anzufertigen. 
 
 
 
 
 
Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, geht es mir bei einer Temperatur von 30Grad sehr gut. In der Hitze schwitzend genoss ich meine Arbeit.
 
Dies ist heute mein Arbeitsplatz gewesen, ist das schön grün hier!



Nachdem ich damit fertig war und noch allerhand andere Dinge erledigt hatte, kam ich, mit etwas anderem beschäftigt, in meinem Arbeitszimmer vorbei, wo ich die Drucke zum Abbinden aufgestellt hatte. 
 
Beim Liegenlassen, in jeder Hinsicht, hat sich meine Wahrnehmung verändert. Plötzlich fand ich das Ergebnis gar nicht mehr missglückt.
Die zweite Druckvorlage ist noch nicht gedruckt, bin gespannt, wie ich die dann finde.
Also mein Tipp, wenn einem etwas nicht so gut gefällt, einfach nicht beachten. 
Nach einer Weile kann sich da etwas getan haben.
  
 
Das Motiv ist der schwarze Kater, der letzten Jahres, Ende November bei uns eingezogen ist. Damals hatte er noch gewaltig schiss und versteckte sich unter meinem Kleiderschrank. 
Jetzt hat er übrigends quasi die Hosen an, in der Beziehung zu meinem Herzenskaterchen Leo.
Der eine liebt und der andere liebt die Verehrung