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Samstag, 14. Februar 2026

Das Witwenjahr

Das letzte Mal erzählte ich, dass ich auf die Sa- chen gespannt bin, die ich mit meinem letzten 
Brand fertiggestellt hatte. Heute erfasste mich ein Energieschub, der mich dazu brachte den Kellerraum um- und aufzuräumen, der einmal ein 
paar Regale beinhalten soll, um überschaubare Ordnung herstellen zu können. 
Ein Traum, der hoffentlich einmal Wirklichkeit wird. 
Dieses schlechte Foto dokumentiert den Haufen von Kisten, in denen meine keramischen Arbeiten abgesichert sind und andere Kisten, in denen sich persönliche Habe befindet. (Von der nicht klar ist, ob ich sie überhaupt brauche. Schließlich ist sie darin verborgen, seit ich sie im September/Oktober 
                                     2022 eingepackt habe.) 
 
Also räume ich nach und nach die Kisten in die Ecke, doch der Inhalt einer Weinkiste macht mich neugierig: Was ist das denn?
Ich befreite dieses recht große Stück gebrannten Steinzeugs und war sehr überrascht. Das gibt es doch gar nicht! Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern. Machart und Signum sprechen aber sehr dafür, dass ich das war.
Und hier wird einem dann klar, dass so ein Witwenjahr, dass es gesellschaftlich anscheinend gar nicht mehr gibt, weitaus länger währt, als ein Jahr.
Und was ist das denn eigentlich? Ich wusste es auch nicht. Früher war es in der menschlichen Gemeinschaft einmal klar, dass der Tod eines nahestehenden Menschen für die Hinterbliebenen das ganze Leben auf den Kopf stellt und ihnen den Boden unter den Füßen wegzieht. Im Grunde ist man mindestens die erste Zeit nicht wirklich geschäftstüchtig. Ich habe im ersten Jahr nach dem Tod meines liebsten Gefährten und Ehemannes einen Vertrag mit einem betrügerischen Stromkonzert abgeschlossen, der mich sehr viel gekostet hat. Zum Glück machte mich diese Geschichte so wütend, dass ich mithilfe der Verbraucherberatung Troisdorf, (Koblenz war da gar nicht hilfreich) aus der Geschichte wieder heraus kam.
 

Aber wie ich heute feststellen konnte, ist mir der Tod  meines Mannes so auf die Birne gegangen, dass ich bis 2022 Dinge herstellen konnte, an die ich mich gar nicht erinnern kann. Vielleicht sage ich in vier Jahren, dass mein Witwenjahr bis 2026 ging. 
Oder mich packt die Erkenntnis, dass ich sowieso mehr oder weniger ballaballa bin. 

Sonntag, 19. Oktober 2025

Zu Dankbarkeit verpflichtet

Ist man künstlerisch talentiert, soll man dankbar sein. 
(Jedenfalls kam es mir oft so vor. Aber vielleicht erliege ich ja einem Irrtum. ;D)
 
Atelierfenster mit Pflanzen aus Corfu
Warum ist das so? warum wird bei Talent eine besondere Dankbarkeit erwartet? Natürlich werden auch andere Talente bewundert. Aber gerade wenn es um künstlerisches Talent geht, gilt ja auch die Aufforderung, dass man das nicht brachliegen lassen darf. 
Es ist natürlich schön, sich künstlerisch ausdrücken zu können. Doch ist der Drang es zu müssen gar nicht zwingend angenehm. Wenn man von Kunst leben muss, sind noch viele andere Talente gefragt, wie zum Beispiel das Talent zur Selbstdarstellung. Da man sich ja in der Regel selbst vermarkten muss, ist es nicht schlecht, wenn man leichten Umgang pflegen kann. Man sollte sich selbstsicher unter Kollegen bewegen können, denn man sollte in Künstlerkreisen verkehren, ins Gespräch kommen und im Gespräch bleiben. 
Es braucht nicht ein Talent, um als Künstler froh zu werden, sondern einige. Und die benötigten, gehen manchem Künstlern ab.

Derzeit ist mein künstlerischen Leben so, dass ich kaum dazu komme. Und tatsächlich fühlt sich das wie Hunger an
 
Und solche Kritzeleien zwischendurch sind wie ein paar Erdnüsse bei Kohldampf

Oft schon wollte ich alles hinschmeißen, denn zu all dem bewundernwerten Talent braucht es Beziehungen, sogenanntes Vitamin B, man spürt, wenn es fehlt. 
Hat man das nicht, sollte man sehr mutig und selbstsicher sein, um das Stadium der Selbstausbeutung hinter sich lassen zu können.

Nachdem ich nun drei Jahre in einer neuen Umgebung, einer anderen Stadt lebe und mich demnächst vielleicht in meiner freien Zeit nicht mehr um die Renovierung des Hauses, in dem ich lebe, kümmern muss, könnte ich wieder ganz von vorne anfangen. 
 
Uiuiuiuiuiuiuiiii !!! 🙈
 
 
auf dieser keramischen Stehle kann die corfiotische Pflanze durch den Winter ranken


Es gibt vieles, für das ich dankbar bin. Ich bin auch sehr froh, dass ich mich mit Schönheit und Ästhetik umgeben kann. Das spendet mir Trost und freut mich. Und sollte ich mit meiner Kunst einmal Glück haben, dann auch dafür. 
Heute habe ich ein paar Pflanzen, Ableger von Pflanzen unserer Verwandten auf Corfu, ins Haus geräumt.  
Dieses Jahr geht es ihnen wieder richtig gut. Jetzt stehen sie auf einer Fensterbank im Atelier, in und bei Keramiken aus meiner Hand.


Samstag, 6. April 2024

Wer wird siegen?


Schwangerentorso aus 1989 

Wird es die Natur oder die Kultur sein?
Mitten in einer Stadt, in einem kleinen Hinterhof macht sich das Hasenglöckchen über jede freie Minute im Beet her. 
Seit ich hier bin, habe ich den Beeten immerhin etwas Pflege angedeihen lassen. Aber in der Haupsache war ich mit dem Wohnlichmachen des Hauses beschäftigt.
Wir hatten den Winter mit wieder viel Regen. 
Jetzt kommt langsam der Frühling und da wo ich nichts gemacht habe, sprudeln die Pflanzen förmlich aus dem Boden.

Jetzt habe ich eine Hasenglöckchenschwem
me. Das Hasenglöckchen ist ein wirklich hübscher Zwiebelblüher, hier bei mir aber aufsässig wie Brennessel.
Wenn man sich so anschaut, was in der Welt geschehen ist oder geschieht, dann kann man sich ernstlich fragen, wer wird der Sieger sein: 
Kultur oder Natur? 
Leider ist unser natürlicher Feind, der Mensch, oft sogar kulturell gebildet. Das sehen wir zum Beispiel aSlobodan Milošević oder Wladimir Putin. Bildung ist leider nicht die Lösung. Bei Herr Trump würde ich traurigerweise behaupten wollen, dass bei ihm Bildung sowieso keine Rolle spielt.
Bei mir in meinem Hinterhof, in dem ich nicht so viel Zeit verbracht habe, ist es ganz einfach: Das Hasenglöckchen möchte gerne meine Skulptur übernehmen und wenn ich wirklich nichts täte, würde man nachher überhaupt nichts mehr sehen. Sogar zwischen den Ritzen, der nicht sehr schönen Bodenplatten, drängen die Hasenglöckchen heraus. Und wenn man alles so geschehen ließe, wäre dieser Hof irgendwann kein Hof mehr, sondern ein Urwald. 
Und wenn wir uns unsere Machthaber anschauen, die natürlich, weil sie gar nicht arm sind, ein unglaubliches Spektrum an Bildung zu Hand oder Hirn haben, agieren sie scheinbar, oder offensichtlich, dennoch gesteuert von Hormonen, die da verlangen: Stärke und Dominanz zu vermitteln, denn hier ist das Alpha-Tier unterwegs. 
Daher würde ich auch hier sagen: die Natur* gewinnt!
Wenn es um umbautes Land geht, kann das ein Trost sein. 
Wenn es um unsere "Zivilisation" geht, ist es meine Erachtens, die Hölle.
 
Hasenglöckchenübernahme eingeschränkt

*Obwohl Mensch bekannter Weise Teil der Natur ist, (Hormone, Balz, Vermehrung) hatte man ja gehofft, dass der Verstand nicht so eine untergeordnete Rolle spielen würde...

Sonntag, 23. Juli 2023

Schrittweise

oder Kistenweise? In unbekanntem Rythmus? Raum auf Raum. So kommen dann  auch die Dinge wieder zum Vorschein. Im Arbeitszimmer. Im Mal-Atelier, 
welches für was-auch-immer genutzt werden kann.
Jedenfalls fand sich gewichtig in einer, vom zuvielen Wasser im Keller betroffenen, Kiste die Teufelinnenskulptur mitsammt ihren Vorgängerinnen.
 

In der Blasenverpackung haben diese allerdings weiter den Weg zur Verwandlung beschritten. 
(Ich finde nicht, das sie aussehen, als könnten sie schreiten).

 
Vor etwa 14 Jahren hatte ich einen Tisch lackiert und als der noch nicht ganz ausgelüftet war, legte ich die beiden bleiernen Teufelinnen auf den Boden welcher mit einer Glasscheibe abgedeckt wurde, dem eigentlichen Tisch. 

 
 
Da begann die Transformation. Früher legten Künstler zur Gewinnung des Bleiweiß, das Blei in den Misthaufen, da geschah das Gleiche. Scheinbar konserviert in der Bläs-chenfolie, wurde nur der Prozess erhalten. Wenn ich meine beiden kleinen Teufelsweiber fester anfasse, zerfallen sie zu Staub.
Der Weg allen, tja was? Irdischen.
 

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Verpackung

Ich bin derzeit damit beschäftigt, einen 
ganzen Hausstand zu verpacken. Nein, natürlich nicht irgendeinen, MEINEN!!! Alle meine künstlerischen Arbeiten mussten natürlich auch verpackt werden. Allerdings ist das jetzt schon geschehen. Sie sind schon voraus gefahren.
Während meines Frühstückstees sind mir 
diese Bilder über den Weg gelaufen.
Als ich hier nach Wassenach gezogen bin, ist ja schon lange her (24 Jahre) geschah das unter einem enormen Druck. Deswegen und natürlich auch, weil unsere Möglichkeiten damals noch andere waren, habe ich die Veränderungen, die ich an diesem Haus vorgenommen habe, nicht sehr gut                  dokumentiert.

Dieses Mal wollte ich es anders machen. Aber auch diesmal ist die Situation nicht ganz entspannt. Es ist einfach irre viel zu tun. Hier, beim Verlassen des Hauses mit den Atelierräumen und dort beim zunächst nur Bewohnbar-machen eines Hauses. Deswegen habe ich das Eine oder Andere auch  nicht fotografiert.

Aber das Verpacken der Plastiken schon!
Meine Plastiken haben oft ein außergewöhnliches Haupthaar, was besonders behutsam verpackt sein möchte. Die verschieden Stadien des Verpacktseins haben mich auch optisch sehr angesprochen.
"Kriegerin", Steingut, Engobe und Oxyde, vielleicht 2020?😕


Und weil demnächst eine Zeit zuende geht, hier mal ein Bild von diesem Haus, als noch nicht immens viel passiert war.
Allerdings hatte ich, als die Bank das Foto machte, die abgelutschten Fenster schon weiß lackiert.