Samstag, 28. September 2013

Der Ofen



stand für den Elektriker bereit. 
Hinten und vorne muss man dran kommen.
Vorne müssen die Brennspiralen auf Stangen
gezogen werden, hinten wird elektrisch
angeschlossen.  

Der Lieferant hatte wirklich gut verpackt. 


Weil die alten Brennspiralen ja quasi einem Unfall, nämlich dem Umzug zum Opfer gefallen waren, waren sie auf den Stangen noch nicht so festgebacken. Das war gut. Denn einerseits deswegen und sicher andererseits weil ein Profi Hand anlegte, dauerte der Austausch des Ganzen nicht so lange.


Links klein kann man Akteur und Zuschauer, der es sich jetzt zutraut das das nächste Mal selbst zu machen, sehen. Oben rechts kann man einerseits die alten Wolframspiralen sehen und darunter die gebrauchten Stangen, von der Hitze ganz verbogen.

Aber jetzt ist die kaputte Seite wieder heile.
Diese neue Ofenseite zu fotografieren fiel mir erst ein, als ich schon begonnen hatte den Ofen einzuräumen. Er steht jetzt noch so da, wie´s der Elektriker brauchte, weil wir die elektrischen Verbindungen nach dem ersten Brennvorgang noch einmal anziehen müssen. Also habe ich den Ofen gleich heute begeistert eingebaut und das Brennprogramm angemacht. Ja und dann ist erst einmal wieder Sonntag, da kann auch der Ofen ruhen. In Ruhe herunter kühlen. Vielleicht komme ich noch dazu mal auf das Ergebnis zu spingzen. Denn dann ist Montag Montag. Da kann ich ja gar nichts hier tun.
Dann eben am Dienstag.

Freitag, 27. September 2013

In Erwartung



Heute morgen war der Tag als solcher schon vielver- sprechend. Auf dem Weg zum Zahnarzt konnte ich den Nebel der über dem Nachbarort lag bestaunen. Rotgoldende Zuckerwatte, so angeleuchtet von dem roten Sonnenball der am Himmel stand. Meine Kamera hatte ich natürlich nicht dabei. Ansonsten hätte ich jenen zauberhaften Anblick jetzt hier gepostet.

Der Nachteil an gutem Wetter ist, dass das gute Licht sichtbar macht, wenn mal wieder geputzt werden muß. Der Vorteil, dass es zum arbeiten motiviert. Also ha- be ich die Ausstellung gesäubert und ein bisschen umdekoriert. Große Schüsseln gestapelt und dort einen Dekoteller und eine Servierplatte dazu gestellt.
große Steinzeugservierplatte, mit Farbkörpern bemalt, 69,-€

Dann war das Wetter aber zu gut für drinnen. Also bin ich draußen tätig gewesen. Im Kräu- terbeet war allerhand zu stutzen und der Kori- ander war reif. Von dem wollte ich ursprünglich mal besonders seine Blätter haben. Statt dessen sind seine runden Früchte an ihm gereift. Eine Aufforderung doch endlich mal wieder Brot zu backen. Und vielleicht nächstes Jahr den passen- den Roggen an zubauen? Schließlich ist ja schon die Korianderernte so üppig ausgefallen. Oh, da fällt mir etwas trauriges ein: Auch unser Back-  ofen hat ein Problem, die Unterhitze macht nicht mit. Und wo ich den Roggen anbauen soll, wüßte ich auch nicht. Wer den Traktor fahren würde, ist allerdings klar.
........................in welcher Erwartung denn?

Der Elektriker hat gesagt, er würde kommen.

"Und den Keramikbrennofen mit neuen Brenndrähten bestücken" (das war ge- sungen) Das würde nicht nur mich, sondern auch die Auftraggeber beglücken.

Freitag, 20. September 2013

Pallette




Meine Farbpalette hatte eine dicke Kruste von Ölfarben.
Ich habe sie vor, och sagen wir mal,
6 Jahren geschenkt bekommen, mit einer persönlicher Widmung auf der Rückseite:



 

Eben habe ich entschieden, dass dieses Farbgebirge jetzt ausreichend stört.
Ich bin im Besitz eines handwerklichen Heißluftföhns. Einer mit richtig heißer Luft. Und der ist mir eingefallen. Hah! Den habe ich unten in meiner Werkstatt auf die Ölfarbenkruste ange- setzt und die Placken mittels Spachtel lustvoll abgelöst.
Da ist jetzt nur noch ein Film von alter Farbe. Die Farbe musste ja nicht ganz ver- schwinden. Jetzt kann ich wieder meine Tuben ausdrücken und habe eine "neu- wertige" Farbpalette, die mich nur ein paar Cent an den Stromkonzern gekostet hat. Mein Andenken bleibt mir erhalten und ich leiste mir einfach eine Tube "Preu- ßisch Blau".

Mittwoch, 18. September 2013

Also malen

Der zweite Tag in der Woche ist ein bisschen schwierig. Montags bin ich in der Regel in Bonn. Da mache ich etwas ganz anderes als hier. Es geht mir da um eine ziemlich ältere Frau. Nicht, dass das nicht mit Kunst zu tun haben könnte. Die Themen "Lebenslust und Vergänglichkeit" sind eine Herausforderung für den Künstler, aber auch für meinen montäglichen Zusammenhang.

Danach muss ich mich erst wieder sammeln. Mein beatiges Konzentrat finden. Wenn ich nach draußen gehe, habe ich schnell Erfolg damit. Auszuschreiten und die Umgebung betrachten, das lüftet den Kopf. Und selbst, wenn das so nicht sein sollte, kann man sich durch entschiedenes Anderestun danach wie- der  konzentrieren.


Ach, wäre man doch ein kluger Mensch und würde die eigenen Erkenntnisse immer brav umsetzen.
Dieses Mal erfolgreich damit, habe ich Tuben, Pinsel und eine Leinwand gegriffen.


Die Werkstatt motiviert mich nicht, weil ich ohne Ofen nicht weiter komme. Sie schläft jetzt noch einen Septemberschlaf. Ihr Traum befasst sich mit dem Elektriker, der ab dem 24. kommen kann. Welch ein süßer Traum.  
Der Apfelbaum dagegen träumt von einem Apfel- baumwald und lässt mit traumwandlerischer Si- cherheit seine Äpfel fallen. 

Vielleicht kämen die Äpfel gar nicht am Boden an, sondern würden verloren gehen, würde der Baum nicht träumen. Wär das nicht möglich?
    

Freitag, 13. September 2013

ArbeitsPLATZ


Die Keramikwerkstatt ist immer noch irgendwie in Beschlag genommen. Aus dem Spätsommer ist so etwas wie ein Herbst geworden. Die Blätter sind zwar noch nicht bunt aber die Luft fühlt sich anders an und der Sonnenstand vermittelt einem Teezeit. 
Unser Fensterprojekt ist ziemlich zum Abschluss gekommen, was da bedeutet, dass noch 372 Gramm Putz anzuflicken sind, zwei verschiedene Leisten an zu- schrauben sind und Außen. Da mach´ ich jetzt einfach einen Punkt. Außen Punkt.
       Man kann sich jetzt, und das passt ganz toll zu dieser und der anderen Jah- reszeit, in unser Esszimmer setzen und sich einbilden, man säße auf der Terrasse. Bei Wind und Hagel. Traumhaft. Und Tee trinken.
In Zukunft werde ich sicher viele Arbeiten da unten am Esstisch verrichten: Skizzen und Entwürfe, sowie Schmuckarbeiten, ach was weiß ich eben...

Aber jetzt nicht. Das Gemälde, das auf der Staffelei darauf wartet fertig gestellt zu werden, muss ich oben im Atelier und Gästezimmer weiter arbeiten. 
Das Motiv: eine Katze.
Ich habe ja, was Katzen anbelangt, wie man in Köln sagt, einen Fimmel. 

Rosso permanente scuro bekam ich nicht auf. Meine Zähne schone ich besser, an- derer Leuts Zähne halfen auch nicht, musste also die Zange her. Das Rot brauchte ich um ein Violett zu mischen.
Ich liebe Kontraste. Oder Haarscharfes. Wenn´s sich fast beißt, das find´ ich gut. Unter dem Motto "grün und blau, schmückt die Sau". Arme Sau.
Als ich klein war, war das ein beliebter Spruch zum mobben. Aber früher gab es noch kein Mobing, früher war das ganz harmlos, da waren das nur Hänseleien. Auf jeden Fall wäre Pink und Orange der Killer gewe- sen; Der Kinderkiller. 
Hier auf dem Gemälde bringt diese Kombination heute niemanden um. Wenn doch, soll er sich doch bitte melden. Das Gemälde ist, glaube ich, noch nicht ganz fertig. Das muss noch ein paar mal ganz überraschend angeschaut werden.
Wenn ich´s bei mehrmaligem Überraschungsguck nicht mehr nachbessern muss, ist es fertig. Noch ist es aber nicht so weit.

Sonntag, 8. September 2013

Aufbewahrung von Gemälden



Dieses Gemälde, ist einfach zu groß ist, um es in der Werkstatt oder bei meinen anderen Gemälden aufzubewahren, wohin damit? Es hängt  bis zu seinem Verkauf zu seiner eigenen Sicherheit bei uns im Haus. Bisher hing es hier im Flur und ver- deckte einen Lichtschalter. Das war nicht praktisch. Dort machte es zwar einen beeindruckenden Eindruck aber nur vorübergehend. Darum dachte ich, es umzu- hängen sei nicht verkehrt. Und das haben wir dann auch getan. Solange es keiner haben will, können wir uns jetzt daran freuen. Ich habe ja das Glück, dass meine Familie, meine Arbeiten mag. 
80 cm X 2,38 cm Öl auf Nessel
 





Ein großes Gemälde zu malen ist schon etwas anderes als ein kleines zu malen. Nicht schwieriger, nur eben anders. Dieses hier habe ich aufgrund der "übertriebe- nen" Größe der Leinwand, liegend gemalt. Also nicht ich habe dabei gelegen, son- dern die Leinwand. Da ich keine Flügel habe, konnte ich nicht besonders viel Ab- stand während der Arbeit nehmen um zu schauen, ob ich das auch alles in meinem Sinne richtig mache, ich bin ja nur eineinhalb Meter und ein paar Gequetschte groß. Es hat aber sehr gut geklappt. Allerdings hatte ich nach der Malerei einen enormen Muskelkater im Hintern und in den Oberschenkeln. Wundern musste das einen ja nicht, begab ich mich zum malen ständig vom Stand in die Hocke und umgekehrt. Noch so eine Leinwand harrt meiner.