Sonntag, 11. Oktober 2020

Weiße Tage


Dass ich mit meinem Mal-Atelier umgezogen bin, habe ich kurz erwähnt. Da gibt es noch einiges zu tun: Es fehlt noch ein Gestell für fertige Gemälde und erwartungsvolle Keilrahmen. Da im alten Mal-Atelier schon eines ist, sollte die Hoffnung berechtigt sein, dass in meinem Kleiderschrank hernach Platz für Klamotten ist. Aber dafür muss ich Holz, Säge und Schrauben in die Hand nehmen. Dübel? Die auch. Das Licht ist eigentlich ewas besser, als im alten Mal-Atelier, obwohl da vergleichsweise mehr Licht einfiel. Wenn ich das Gestell gebaut habe, kann ich daran auch die große Taglicht-Lampe befestigen. Dann brauche ich beim Malen nie wieder Pause zu machen. Nie wieder Pause. hahaha



Jetzt war ich schon lange nicht mehr mit meiner Künstlerfreundin auf dem Feld zum malen. Die letzten Tage fuhr ich mit dem Auto aus dem Dorf raus und sah über den Feldern liegend die weiße Luft. Wasserangereicherte Luft. Wunderschön anzuschauen. Und dann habe ich in Mayen etwas erledigt, um auf dem Rückweg über dem Laacher See diesen lichten Nebel zu erleben. Da gibt es einen nicht mehr geheimen Geheimparkplatz, auf dem ich eben eine Skizze gemacht habe. Und dann wartet der Eindruck auf Ausdruck. 

 


Ist noch nicht fertig. Muss noch mehr Weiß dran, scheint mir. Aber Ölfarbe braucht manchmal Geduld. 

Heute morgen dachte ich, ich würde mich auf´s Fahrrad schwingen, aber dann begann es, recht nachdrücklich, zu regnen. Jetzt klart es wieder auf. So kommt es, das man permanent seine Pläne über den Haufen werfen muss. Übung zur Flexibilität. Da wird man auch nicht gefragt.

Also mal sehen: Radfahren? Bild weitermalen? Oder etwas anderes, was noch gar nicht in Betracht kam?

Wie wäre es mit einem schönen Sonntag? Der Tag ist ja noch jung..

Sonntag, 30. August 2020

Glück

In einem Gespräch über unglückliche Umstände, stolperte ich über das Glück.
In meinem neuen Mal-Atelier der "Traum vom Glück" in Arbeit
Streben wir wirklich nach Glück? Vielleicht ja, aber vielleicht glauben wir das nur. Wenn man sich umschaut, verharren viele Menschen in unglücklichen Umständen, aus denen sie sich, äußerlich betrachtet, leicht befreien könnten. Sie bleiben, oft mit der Begründung, es ginge nicht anders.

Was ist Glück? Für den Einen, dass er sich jeden Tag Butter und nicht Margarine auf´s Brötchen schmieren kann, für den Anderen, dass er jetzt endlich wieder selbstständig ein paar Schritte tun kann. Für den Einen ist es ein Glück, den Enkelkindern beim Spielen zuschauen zu können und des Anderen Glück ist, auf der Couch zu sitzen und mit Kopfhörern auf den Ohren, sich das Doppelkonzert von Bach anzuhören. Des Einen Glück ist das Gespräch, des Anderen das Schweigen. 
Es gibt das Glück seine Heimat nicht verlassen zu müssen; es ist ein Glück, das wir hier gar nicht spüren. 
Ich will mich gar nicht bemühen, das ganze Glück aufzulisten, es könnte mir auch gar nicht gelingen. Man kann es mal für sich selber tun. Für jemand anderen das Glück zu erklären scheint mir dagegen wirklich schwierig. Wenn man jemandem, der bei der Arbeit einen Arm verloren hat, sagen würde, er könne von Glück reden, dass er nicht beide Arme verloren hat, käme das gewiss den meisten Leuten recht hartherzig vor. Wenn es um seelische Schmerzen geht, wird seltsamerweise viel leichter verlangt, den übriggebliebenen Arm zu bejubeln, obwohl das natürlich trotzdem keine schlechte Idee wäre...  
Aber vielleicht liegt das auch daran, dass Pusten da nicht hilft und ein Pflaster, mit der Biene Maya drauf, keinen Ort hat, wo man es draufkleben kann.





Glück ist etwas ganz Individuelles. Für den Einen etwas Euphorisches, für den Anderen ein vormals nie dagewesener Friede. Ich glaube, dass man Glück und Glück genau- sowenig vergleichen kann wie Schmerzen. Das kann man nur für sich selber tun. Für sich selbst funktioniert der Trick ganz gut, wenn man sich bespielsweise sagt, dass ein Arm besser ist, als keiner.

Jenes Gespräch hat mich zu dem Bild über "den Traum vom Glück" inspiriert.  Während ich das Bild male, stellt sich mir die Frage, ob der Traum vom Glück, vielleicht auch schon Glück ist.... 
Ich glaube schon! Nur fällt es einem dabei nicht auf!!!

Sonntag, 23. August 2020

Den Anschluß verloren?


 

So sieht es aus! Aber ich brauche doch einfach nur wieder einsteigen:

2019 war ein hartes Jahr, für uns und das wirkt nach. Das ist der Grund, warum ich mit dem Gequassel aufgehört habe. 

Da Quatschen aber Spaß macht und hier auf Blogger ein Draht in die Welt ist, versuche ich mich zu disziplinieren. 

 

Auf diesen Deckeldosen habe ich das "Haus" thematisiert. Das Eine ist leer, das Andere kommt immer mit. Unser Zuhause drückt viel über unsere Persönlichkeit aus. Manchmal, wenn wir das erste Mal in die Wohnung eines Menschen kommen, haben wir das Gefühl, dass uns die Schuppen von den Augen fallen und manchesmal hätte man auch darauf reagieren sollen. (Aber das sind die Sachen, die man immer erst nachher weiß) Oder genau anders herum, dass wir nur noch Bahnhof verstehen.  Wenn sich alles im Leben ändert, weil etwas dramatisches passiert ist, rücken manche von uns die Dinge in ihren Räumlichkeiten zurecht. Vielleicht hilft es, sich Klarheit zu verschaffen.

 

Hier stelle ich mal die beiden Behausungen in die Waage. Das ist auch ein Anfang.

Freitag, 24. Juli 2020

Finnisage im Haus Metternich in Koblenz

SONNTAG IST TRÖPFEL-FINISAGE VON 15:00 bis 20:00 UHR

(es dürfen sich nur 21 Leute gleichzeitig im Kunsthaus Metternich aufhalten. Dadurch hat man aber auch mehr Luft) So war auch schon die Vernissage. 
Das ging sehr gut und war dazu noch Kommunikativ. Keine schlechte Idee am Ende! 

Und die Ausstellung ist vom mehrkunstverein toll gehängt. Alle mal hin...!!!

Morgen kann man die Ausstellung noch regulär von 16:00 bis 19:00 Uhr an- schauen. Das kann man auf dem Foto, das meine Freundin während einer Tasse Kaffee gemacht hat, mit der sie auf mich wartete, auch ganz gut lesen. 

Danach waren wir noch auf ein Essen verabredet. Beim Inder. Lecker.

Und nicht verpassen! Morgen ist noch Gelegenheit. Und übermorgen.

Montag, 25. Mai 2020

Schwarz-weiß


7
Obwohl meine Malerei von starken Farben geprägt ist, hat Schwarz-Weiß eine wahn- sinnige Sogwirkung für mich. Ich liebe es. Daher bekommen ich ab und wann Tusche- Anfälle. Und, damit mich Materialmangel nicht aufhält, habe ich eine Ein-Liter-Flasche chine- sische Tusche, die ich allerdings im Eifer einmal umgstoßen habe. Das Meiste ist drin geblieben.

Unser schüchterner Kater hat meine letzten Arbeiten misstrauisch inspiziert. Herrlich anzuschauen. Jede neue Darstellung, die ich an die Wand lehnte, wurde wieder auf´s Neue studiert.
Bis ich das Okapi fertig hatte.
Das Okapi war aus Sicht des Katers scheint´s in Ordnung, es wurde quasi abgenickt.





So sehr ich den Konstraste schätze, so wenig das Schwarz-Weiß-Denken. Ich finde es geradezu verwunderlich, dass man für eine komplexe Welt, wie die in der wir leben, annehmen kann, da könne man einfache Antworten für finden.
Wenn man aufpasst fällt auf, es gibt immer Zwischentöne. 
Eine Erkenntnis für die eine Sache, passt auf den anderen Umstand nicht.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Landschaftsmaler

Nein, das bin ich bestimmt nicht. Aber mit einer befreun- deten Künstlerin gehe ich ab und wann auf's Feld zeichnen, malen. Es ist nicht gut, was ich da mache, aber es inspiriert mich. So funktioniert es bei mir  immer: irgendein Eindruck führt zum Ausdruck. 
Ich gehe also aufs Feld, schaue mir die Landschaft an und versuche irgendwie einen Ausschnitt aufs Papier zu bringen.
Das finde ich nicht leicht. Vor Ort bin ich zufrieden, wenn ich einigermaßen Farbe auf´s Papier bringe. Zu Hause sehe ich besser, was an meiner Arbeit nichts geworden ist.

Dann beginnt, ohne Nachdenken, die Nachbearbeitung und ich komme mir und meiner Betrachtungsweise näher. Buntstift auf Aquarell.

Mein Erfolg ist, dass ich überhaupt etwas gemacht habe...
   
Interessant ist für mich, dass die Auseinandersetzung mit dem fremden Thema etwas lostritt.  Es belebt meine Arbeit und kurbelt sie an.