Dienstag, 16. April 2019

Notre Dame de Paris

Als ich abends in den Nachrichten von diesem Unglück hörte, stiegen mir die Tränen in die Augen. Ein Denkmal menschlicher Kultur wurde durch das Feuer zerstört. 
Ein: "Denk mal!" oder "fühl mal!", "lass es auf Dich wirken!"

Vielleicht  brauchen wir die großen Werke in Architektur, bildender und musischer Kunst um uns selber auch etwas Größeres zuzutrauen, als nur das tägliche Allerlei, brauchen wir Werke, die uns in unserer Seele berühren und uns darüber staunen lassen, zu welch wunderbaren Taten der Mensch fähig ist. 

Es ist leicht gesagt, dass sich alles verändert, daher auch vergeht und neuem Platz macht. 
Wenn es geschieht, schmerzt es sehr.  

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was ist Kultur?
Das ist so ein un(an)greifbarer Begriff (putziges Wortpaar!).
Aber aus dem gegebenem Anlaß schreibe ich hier mal ein paar meiner Gedanken dazu. Jeder hat dazu seine eigenen. Das darf auch sein!
(Beim Kontrolllesen stelle ich fest, meine Gedanken sind mehr Fragen als Antworten.)

Gilt als Kultur nur all das, was man greifen kann oder ansehen, anhören, oder gehört noch vieles Andere dazu?
Bleibt etwas von der "Kultur" eines Landes, wenn alles in Schutt und Asche liegt?
Wenn ja, war das, was in Schutt und Asche liegt, ein ganz wesentlicher Teil der Kultur des Landes?
Typisch dafür finde ich die Kataloge des Tourismus mit all den Pflichtobjekten, die man gesehen und fotografiert haben muß. Aber all das ist am schönsten, wenn es ringsum möglichst menschenleer ist.
Ich finde es recht armselig, wenn die Kultur reduziert ist auf das, was übrig bleibt, wenn man sich die Menschen aus dem Lande weg denkt.

Im Gegenteil!

Wie erleben Kinder die Reise zu den berühmten Orten der Kultur eines Landes?
Beispiele: Vom Markusplatz in Venedig erinnern sie sich ein Leben lang an die unendlich vielen Tauben. Vom Tower in London an den jungen Paradesoldaten mit der Bärenfellmütze, der so unbeweglich stand, dass man ihn anfassen wollte (aber nicht durfte), um zu prüfen ob er lebendig war. Sowieso von der Reise nach England war das Eindrucksvollste die Überfahrt mit dem Fährdampfer bei Schlechtwetter, als sämtliche Erwachsenen kotzen mußten.

Ich habe mal mit einem alten Japaner korrespondiert, der "die deutsche Kultur" so bewunderte. Er war dabei, etwas von Goethe (oder Schiller?) zu übersetzen und träumte davon, die Dresdener Frauenkirche mal sehen zu können. Als ich ihm aber schrieb, mich interessierten an einem fremden Land die Menschen, ihr Alltag und wie sie wohnen. Und ich ginge deshalb nicht in Museen oder Tempel, sondern in die Vororte, in die kleinen Supermärkte und die traditionellen Imbissstuben, wo zu Feierabend die Arbeiter einkehren, und spazierte durch die kleinen Gassen der Wohnviertel und beobachte die Mütter mit Kindern und die kleinen Handwerkersläden, da verlor er ganz schnell das Interesse an weiterer Unterhaltung.

Was ist Kultur? Immer noch ein ungreifbarer Begriff ...

unartig hat gesagt…

Vielen Dank für den interessanten Kommentar. Da habe ich mich kurz gefasst, weil mir so, so viel durch den Kopf dazu ging...